Unser Interview des Monats haben wir diesmal mit Tobias Hallermann von komoot, einem Service für Tourenplanung, geführt.
Hi Tobias. Kannst du unseren Lesern bitte kurz erklären was komoot ist und wofür sie es nutzen können?
Komoot ist ein intelligentes Planungssystem für Menschen, die gerne draußen sind. Praktisch für alle, die Outdoor-Erlebnisse lieben. Wir sind die ersten, die Touren nach den persönlichen Wünschen unserer User berechnen und vorschlagen.
Dazu kann man unter www.komoot.de einfach seinen gewünschten Startpunkt angeben, Sportart, Kondition und weitere Parameter festlegen und die gewünschte Dauer für die Wanderung, Mountainbike-, Fahrrad- oder Bergtour angeben und komoot berechnet verschiedene Vorschläge.
Die Touren können dann weiter angepasst werden durch Highlights auf der Strecke ergänzt werden. Ob Gipfelerlebnis, Picknick im Grünen oder Apfelkuchen in der Stadt. Der User gibt an, was für Erlebnisse er entdecken will und komoot zeigt ihm, wo er sie finden kann.
Mit der iPhone und Android App kann der User die Tour dann mitnehmen und sogar unterwegs noch umplanen.
Stand für euch von vornherein fest, dass ihr Open Street Map verwenden wollt oder gab es auch Überlegungen einen anderen Kartendienst zu benutzen? Worin seht ihr die Vor- und eventuell auch Nachteile bei Open Street Map?
Wir haben OpenStreetMap natürlich zunächst mit anderen Anbietern verglichen. In vielen Bereichen bietet OSM schon jetzt die besten Informationen. Außerdem glauben wir an den Open Source.
Komoot setzt deshalb schon von Anfang an auf OpenStreetMap als eine der größten Datenquellen. Gemeinsam mit Daten und Informationen weiterer Dienste und unserer Partner generieren wir unsere eigenen Outdoor-Karten und die Millionen von Datensätzen für unser Routing. So können wir die individuellen Vorschläge für Freizeit-Erlebnisse berechnen.
Alle Vorteile aufzulisten, würde vielleicht den Rahmen sprengen. Freie, hochwertige Geo- Daten, ständige Erweiterungen und Aktualisierungen durch eine riesige Community, ...
Manchmal merken wir allerdings, dass Nutzer oder Partner noch nicht das volle Vertrauen in OpenStreetMap hab. Andere Karten genießen gelegentlich höheres Ansehen, obwohl sie häufig veralteter sind oder weniger Informationen mitbringen. Das ist wohl der einzige Nachteil.
Gibt es Feedback von der Community zu eurem Produkt?
Wir sind die ersten, die in dieser Form eine Tourenplanung für's Fahrrad, Mountainbike und Wandern anbieten und sind dort auch den großen Anbietern ein Stück voraus. Viele aus der Community freuen sich darüber, dass es unsere Service gibt, der so viel aus den vorhandenen Informationen raus holt und gleichzeitig sehr benutzerfreundlich ist.
Umgekehrt arbeiten wir daran, die Community zu unterstützen. Wir erarbeiten dafür grade ein Konzept, um dies möglichst effizient und einfach zu gestalten um so den größten Mehrwert für das Projekt und seine Nutzer zu schaffen.
Zu guter letzte eine eher allgemeine Frage: Was ist für dich im Moment die spannendste Entwicklung im Internet, und wo siehst du noch Verbesserungsbedarf?
Da komoot Vorschläge für die Freizeit berechnet interessiere ich mich natürlich sehr für das Thema Recomendation. In einigen Bereichen gibt es schon spannende Dienste, beispielsweise für Musik. Komoot macht im Bereich Geodaten einen großen Schritt weg von der Suche einzelner, verstreuter Informationen hin zu einem intelligenten Empfehlungsdienst für Ausflugsziele und Touren.
Der Trend weg von der allgemeinen Suche hin zur Personalisierung. Recommendation Engines bieten viele neue Herausforderungen und Chancen. Ich finde es sehr spannend, welche technischen Lösungen es zukünftig geben wird, welche Rolle soziale Netzwerke dabei spielen werden und wie neue Dienste und Produkte aussehen können.
Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg noch mit komoot!