Monthly Archive for Mai, 2009

Gesucht und gefunden

Wie ihr wisst, haben wir in den letzten Wochen eine/n Nachfolger/in für den Job der Blogschreiberin gesucht. Wir sind fündig geworden und hiermit übergebe ich an: Nomsa, die den Weg von Berlin nach London angetreten ist, während ich London in Richtung Berlin verlassen werde.

Danke, Rahel! Ich werde mich bemühen, eine würdige Nachfolgerin zu sein. Ab sofort bin ich für Nestoria.de zuständig und somit auch für dieses Blog. Ich hoffe in den nächsten Wochen und Monaten viele interessante Neuigkeiten für euch zu berichten, während ich mich hier bei Lokku einlebe.

Ich freue mich schon auf die Arbeit hier und darauf das Team besser kennenzulernen und so viel wie möglich über Immobiliensuche zu lernen!

Praktikant/in gesucht

Der Job der Blogschreiberin wird frei. Ich werde im Juni London und deshalb leider auch Lokku (und unser neues Büro) verlassen, um in meiner Heimatstadt Berlin weiterzustudieren. Daher suchen wir jetzt eine/n tatkräftige/n Praktikanten/in, um meinen Job zu übernehmen.

Ich persönlich hatte eine tolle Zeit bei Lokku, in der ich unglaublich viel gelernt habe. Ideen und Vorschläge von allen Mitgliedern des Teams werden hier immer geschätzt und man fühlt sich von Anfang an wie zu Hause. Da Lokku ein junges Start-Up-Unternehmen ist, hat man hier viele Freiheiten aber auch viel Verantwortung.  Als “Product Intern” hat man die Chance, sehr viel von Internet-Profis zu lernen und intensiv an innovativen Produkten mitzuarbeiten.

Mein/e Nachfolger/in wird für Nestoria.de zuständig sein und unter anderem diesen Blog übernehmen, Qualitätskontrollen durchführen, sich mit SEO und SEM beschäftigen, Texte und HTML-Schnipsel übersetzen und vieles mehr.

Wer sich für das Internet, vertikale Suche, Blogs, Onlinekarten etc. interessiert und gerne einige Zeit in London verbringen möchte, dem kann ich nur raten, sich zu bewerben.

Mehr Informationen zur Bewerbung gibt es hier.

Viel Glück und bis bald in London!

Unser neues zu Hause in Clerkenwell

Wir waren seit geraumer Zeit auf der Suche nach einem neuen Hauptquartier für unser vertikales Suchprojekt. Jetzt freuen wir uns, mitteilen zu können, dass unsere Suche beendet ist und nach mehreren Zwischenstopps (die der Immobilienbranche Ihren verdienten Ruf geben) befinden wir uns jetzt in dem schönen Clerkenwell. Hier ein paar Fotos von dem Umzug:

workinginthechaos

Während wir uns auf den Umzug vorbereiten, arbeiten wir weiter an effektiver Immobiliensuche.

Auf Wiedersehen, altes Büro!

Auf Wiedersehen, altes Büro!

Unser neues zu Hause.

Unser neues zu Hause.

Das neue Büro gibt uns etwas mehr Freiraum während wir unser internationales Wachstum fortsetzen. Dieser Umzug bedeutet für uns in vielerlei Hinsicht, dass wir den Weg eingeschlagen haben, eine “richtige” Firma zu werden, die jetzt z.B. auch einen eigenen Meeting-Raum hat! Aber keine Angst, wir haben unseren Start-Up-Geist nicht verloren. Immerhin haben wir auch in dem neuen Büro noch keine Fenster und im Meeting-Raum befindet sich ein riesiger Boiler.

Trotzdem gefällt uns das neue Büro sehr gut und wir freuen uns, Nestoria hier weiter verbessern und erweitern zu können.

Nestoria Interview: Olaf Hannemann, OpenSeaMap.org

Nachdem wir hier im Nestoria Blog schon viel über OpenStreetMap geschrieben haben, wollen wir im Nestoria Interview in dieser Woche ein verwandtes aber noch sehr junges Projekt vorstellen: Die OpenSeaMap. Dafür haben wir Olaf Hannemann, einem der Initiatoren von OpenSeaMap, ein paar Fragen gestellt.

1. Hallo Herr Hannemann, Sie sind Mit-Initiator von  OpenSeaMap.org, können Sie das Projekt kurz beschreiben?
Das OpenStreetMap Projekt erfasst bisher hauptsächlich das Land. Für Seezeichen und Hafenanlagen gibt es zur Zeit nur sehr wenige Beschreibungsmöglichkeiten. Ähnlich der Ausgangssituation von OpenStreetMap, besteht aber ein großer Bedarf an frei zugänglichen Karten für die Seefahrt. Kartenmaterial ist oftmals recht teuer. Freie proprietäre Karten, wie z.B. GoogleMaps, sind für die Seefahrt im Internet kaum zu finden. Um diesen Missstand auszugleichen wurde das OpenSeaMap Projekt ins Leben gerufen. Das Ziel ist, als Unterprojekt von OpenStreetMap, Seezeichen in die freie Weltkarte einzutragen und darzustellen.
2. Viele Landratten kennen das Meer nur vom Strand und vom Flugzeug aus. Von dort sieht es meistens flach, blau und leer aus. Was genau wird bei der OpenSeaMap eigentlich erfasst? Welche Herausforderungen gibt es beim Kartografieren der Weltmeere fürs Openstreetmap-Projekt?
Sobald Sie mit einem Schiff auf dem Meer unterwegs sind, werden sie feststellen, dass das Meer nicht nur blau und flach ist ;-) . Es gibt dort sehr viele Dinge zu entdecken. Dort sind z.B Tonnen und Leuchtfeuer, wie der Salzbuckel (Pendant zu Landratte) sagt. Diese Seezeichen zeigen das Fahrwasser an, warnen vor Untiefen oder helfen dem Kapitän den richtigen Hafen zu finden. Alle diese Zeichen sind für die Navigation mit einem Schiff unverzichtbar, da es anders als an Land keinen Straßenverlauf, dem ich folgen kann, gibt. An der Oberfläche ist das Wasser leider wirklich nur flach und blau. 
Es gibt auf dem Wasser ähnlich viele Verkehrsregeln wie an Land. Da gibt es Höchstgeschwindigkeiten, Abzweigungen des Fahrwassers, Ankerverbote und vieles mehr. In OpenSeaMap sollen alle diese Seezeichen und Regeln erfasst und dargestellt werden. Die größte Herausforderung wird es sein eine einfache Möglichkeit zu bieten, diese Daten zu erfassen, da es auf dem Wasser nicht so einfach möglich ist zu einem Punkt zu gehen und diesen für OpenStreetMap zu speichern und einzutragen. Ich muss schon mit einem Schiff dort hinfahren. Leider kann ich aber nicht zu allen Seezeichen hinfahren. Viele sind nur aus der Ferne zu erfassen. Damit wird es schwierig eine genaue Position festzulegen.
Ein weiteres Problem ist, dass wir alle mehr oder weniger mit den Verkehrsregeln an Land aufgewaschen sind und die Bedeutung der Verkehrsschilder schon seit unserer Kindheit kennen. Dies ist bei Seezeichen nicht so. Es gibt nur eine kleinere Gruppe der Freizeit- und Berufsseefahrer, die diese Zeichen lesen und interpretieren können. Aus diesem Grund werden viele, die gerne Seezeichen erfassen würden, Probleme haben die doch recht komplexe Syntax der Zeichen auf Anhieb zu verstehen. Sie müssen sich erst aufwendig in dieses Gebiet einarbeiten. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, arbeiten wir zur Zeit an einem Online-Editor und einem JOSM-Plugin, die es soweit wie möglich vereinfachen sollen Seezeichen zu erfassen.
3. Ein Problem in Deutschland ist, dass kartographische Informationen nicht öffentlich zugänglich sind, obwohl deren Erhebung mit Steuergeldernfinanziert wurde (Details dazu gab es kürzlich in einem Interview zur OpenStreetMap im Chaos Radio). Ist die Situation bei Seekarten ähenlich? Und was sind die Datenquellen für die OpenSeaMap?
Die Situation ist in meinen Augen nicht nur ähnlich sondern eher schwieriger, da es wie oben erwähnt bis jetzt so gut wie keine freien Datenquellen für Seekarten gibt, muss anfänglich wirklich jedes Detail von Hand erfasst werden. Ein Abzeichen von Luftbildern wie z.B. Yahoo ist nicht möglich. Natürlich hoffen auch wir auf eventuelle spätere Datenspenden. 
4. Openstreetmap hat heutzutage schon recht viele Anwendungen gefunden: Es gibt Routenplaner,  Opencyclemap generiert Fahrradkarten aus den Openstreetmapdaten und kommerziell beginnen Firmen, wie auch wir hier bei Nestoria, mit Openstreetmap zu experimentieren. Wo sehen Sie zukünftige Anwendungen für die OpenSeaMap? 
Ich sehe eine ganze Reihe von möglichen Anwendungen. Als erstes wäre da die einfache Anzeige einer freien Seekarte im Netz bzw. auf der eigenen Homepage. Daraus ergibt sich die erweiterte Möglichkeit der Törnplanung für Skipper. So kann man sich die Gebiete die man zu bereisen beabsichtigt schon einmal anschauen und z.B. die Länge des Törns in nautischen Meilen ausmessen. Direkt darauf setzt die nächste Möglichkeit der Erstellung eine Hafenhanbuches auf. Ein Hafenhandbuch beschreibt den entsprechenden Hafen genauer. Es gibt z.B. Eine Beschreibung wie dieser am besten anzusteuern ist oder welche Wassertiefe es an den einzelnen Stegen gibt, ob dort Einkaufsmöglichkeiten sind und vieles mehr. Des Weiteren besteht die Möglichkeit spezielle Karten wie z.B. “Flusswanderkarten” oder “Schöne Törns” zu erstellen. Eine weitere Anwendung wäre das Hochladen der Karten auf Mobile Geräte um diese unterwegs benutzen zu können.
Vielen Dank für Ihre ausführlichen Antworten Herr Hannemann. Meine Hochsee-Erfahrung beschränkt sich auf einige Paddeltouren auf dem Bodensee und im Spreewald – da sind einige Einblicke ins Reich der Salzbuckel doch sehr interessant! Wir werden auf jeden Fall regelmäßig bei der OpenSeaMap vorbeischauen und wünschen dem Projekt viel Erfolg!