Monthly Archive for September, 2009

Ohio als Klavier spielen

Beim Cartogrammer Blog kann man ein Beispiel dafür finden was mit Visualisierungen von geographischen Daten so alles möglich ist. Andy Woodruff hat dort aus einer Karte vom US-Bundesstaat Ohio ein Klavier gemacht nachdem ihm eines Tages auffiel, dass der Staat 88 Kreise hat – und ein Klavier 88 Tasten. So entstand die Flash-Anwendung Ohio is a Piano

Anhand von Daten wie z.B. Population, Alter und Geschlecht werden den 88 Landkreisen Noten zugeordnet, die man dann entweder einzeln, als Route oder als Akkord spielen kann. Die dabei entstehenden Melodien sind nicht immer harmonisch, es handelt sich eher um eine Spielerei als ein “alternatives Musikinstrument”. Die Idee Daten audiovisuell darzustellen finde ich sehr interessant, so bekommt man einen neuen Zugang zu ihnen, den reine Nummern eventuell nicht bieten können.

Oktoberfest weltweit

wiesn

http://www.flickr.com/photos/jbcurio/ / CC BY 2.0

Es ist mal wieder die Zeit des Jahres angebrochen, in der in München die Lederhose den Laptop ersetzt und das Reinheitsgebot einer ausgiebigen Prüfung unterzogen wird: Oktoberfestzeit.

Aber auch diejenigen, die es nicht nach München schaffen, müssen nicht leer ausgehen. Bei Wired gibt es eine Karte, die  Oktoberfeste auf der ganzen Welt darstellt. Jeder kann, ähnlich wie in einem Wiki, beitragen. Es ist schon erstaunlich wie viele Oktoberfeste es auf der ganzen Welt gibt. Natürlich sind die USA ganz vorne dabei, aber auch in Argentinien, Südafrika oder Indonesion muss man nicht auf Bier und Blasmusik verzichten.

Bei dieser Gelegenheit habe ich auch gelernt, dass das englische Wort für Schweinehaxe “pig’s knuckle” ist, “Schweineknöchel”. Man lernt nie aus. Prosit und ein schönes Wochenende!

Shapes und Boundaries

Eine der Herausforderungen der auch wir bei Nestoria immer wieder gegenüberstehen ist die genaue Lokalisierung von Orten. Dabei geht es nicht darum, wo z.B. Heidelberg ist, sondern vielmehr von wo bis wo. Das betrifft vor allem Einheiten wie Stadtteile. Es ist schwierig, Karten zu finden, auf denen diese Grenzen eingezeichnet sind, schwierig festzulegen, ob Nutzer mehr Wert auf Verwaltungseinheiten oder auf historische Einteilungen legen und fast unmöglich, genaue Geodaten zu erhalten, die all dies wiederspiegeln.

Da macht ein spannendes Projekt Hoffnung: Die Fotoseite Flickr nutzt seit einer Weile die von Nutzern bereitgestellten Geodaten um eine Art kollaborative Lokalisierung zu ermöglichen. Nutzer können Ihre bei Flickr hochgeladenen Fotos auf einer Karte einen Ort zuweisen und diesen benennen. Aufgrund der großen Menge an Daten die Flickr zur Verfügung stehen, entstehen so “Shapes” die zeigen, wo die “gefühlten geographischen Grenzen” verlaufen. Denn natürlich beruhen diese Daten nicht auf Vermessungen oder  Landkarten, sondern darauf, was die Nutzer als Teil eines bestimmten Gebietes ansehen. Die reine Menge an Informationen dient als korrektives Element. Nutzer werden auch dazu ermutigt Fotospaziergänge zu unternehmen und die Bilder anschliessend zu geotaggen um Gebiete, die noch nicht ausreichend oder befriedigend erfasst wurden, zu verbessern.

Interessant ist gelegentlich auch, wo die Ungenauigkeiten liegen. Das Projekt Boundaries von Tom Taylor stellt mit Hilfe der Flickr API die usergenerierten Shapes auf einer Karte dar.

Boundaries by Tom Taylor

Boundaries by Tom Taylor

Am Beispiel Soho lässt sich erkennen, dass beliebte oder bekannte Gegenden sich oft über ihre “ eigentlichen” Grenzen hinaus erstrecken. Das ist logisch wenn man bedenkt, dass viele der Bilder auch von Leuten geknipst und geotagged wurden die als Urlauber unterwegs sind. Als Tourist weiss man oft nur grob wo man sich befindet (”irgendwo hier ist Soho”), ausserdem klingt es interessanter wenn man angibt das Foto in Soho gemacht zu haben, statt Mayfair…

Dennoch, wenn die Menge an Daten ausreicht um solche “menschlichen Fehler” Fehler zu kompensieren entstehen so relativ korrekte Darstellungen. Für manche Zwecke kann es sogar nützlicher sein, zu wissen wo die meisten glauben, dass eine Gegend liegt, da Nutzer wahrscheinlich auch aufgrund dieser Wahrnehmung suchen würden.

Nestoria API 1.16

Liebes Nestoria-Mashupper,

Erst vor einer Woche haben wir Version 1.15 der Nestoria API freigeschalten. Kurz darauf haben einige Nutzer gefragt, warum man nicht nach Anzahl der Bäder filtern kann. Gute Frage eignetlich! Jetzt kann man es, ab heute ist Version 1.16 der API online, die das Filtern nach Anzahl der Bäder unterstützt. Alle Details und Release Notes gibt es wie immer hier.

Vielen Dank für das Feedback!

Seltsame Karten

Eine der Seiten die wir regelmäßig lesen ist Strange Maps. Wie der Name schon sagt, geht es in dem Blog um außergewöhnliche Karten die oft auch viel über die Zeit und Gesellschaft aussagen in denen sie gefertigt wurden. Abgesehen von strikt geographischen Karten finden sich auch abstrakte Karten, wie zum Beispiel diese, die den holprigen Pfad zum Erfolg und die Umleitungen und Sackgassen auf dem Weg darstellt.

the-road-to-success

Heute zu Tage lächelt man ja über Karten aus dem Mittelalter auf denen ganze Flächen leer sind, oder liest ungläubig Geschichten wie die von der Insel Buss, die 1578 in der Nähe von Grönland “entdeckt” wurde und einen Platz in den Karten der Zeit erhielt obwohl sie verdammt schwer zu finden war. Wahrscheinlich ist, dass es sich um einen Berechnungsfehler des Entdeckers Martin Frobisher handelt und die Insel eigentlich ein Teil Grönlands war. Dennoch berichteten auch andere von der Insel, Thomas Shepard behauptete sogar sie 1671 erforscht zu haben. Je weiter die Vermessung der Welt voranschritt, desto klarer wurde, dass es keine Insel Buss gab und so wurde davon ausgegangen, dass sie in der Zwischenzeit geesunken sein mußte. Bis 1856 war ihre angebliche Position im Atlas verzeichnet.

So unglaublich diese Geschichte heute erscheint, letztendlich sind wir oft auf die Berichte anderer angewiesen wenn wenn es um Dinge wie Geographie geht. Heute, da Reisen schneller und komfortabler geworden ist, können wir uns teilweise auch selber von der Existenz ferner Orte überzeugen, doch schafft es wohl kaum einer die ganze Welt zu durchqueren.

All dies sollte also erklären, warum ich noch nie etwas von der Stadt Büsingen am Hochrhein gehört habe – man kann ja nicht alles wissen. Allerdings ist Büsingen relativ außergewöhnlich: Die Stadt selber gehört zu Deutschland, ist aber von der Schweiz umgeben.

buesingen

Karte von Julian Fleischer/Wikimedia Commons

Büsingen hat zwei Postleitzahlen, eine für die Schweiz und eine für Deutschland und es ist der einzige Ort der Bundesrepublik in dem mit Schweizer Franken bezahlt wird, obwohl der Euro natürlich auch hier gültig ist. So werden die Preise bei Nestoria auch bei einer Suche nach Büsingen in Euro angezeigt.

Man lernt ja jeden Tag was dazu. Vielleicht bin ja mal in Baden-Württemberg und hab Zeit einen Abstecher nach Büsingen zu machen. Man will sich ja nicht auf Hörensagen verlassen müssen.


Rede wie ein Seemann!

Moin liebe Nestorianer und Leichtmatrosen!

Kurz vorm Auslaufen noch schnell Hinweis fürs Wochenende: Morgen ist es wieder so weit, der wichtigste Feiertag des Jahres steht an! Der 19. September  ist International Talk-Like-A-Pirate Day. Diesen Samstag wird also wieder (fast) ganz Deutschland Döntjes und Geschichten auf Piratensprache austauschen, es wird sogar gemunkelt, dass die Tagesschau morgen erstmals auf Plattdeutsch vorgetragen wird.

Nestoria wünscht erfolgreiche Immobiliensuche und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!

Nestoria API Version 1.15

Nachdem wir vor kurzem große Bilder für die Immobilienliste spendiert haben ist nun auch unsere API dran. Die Release Notes sind wie immer auf der API-Seite zu finden, meine Programmierer-Kollegen haben mich wissen lassen, dass wir jetzt sowohl eine kleine thumb_url als auch größere img_url unterstützen. Für Laien:

imagesapi

Dies geschieht auf Nachfrage von vielen Entwicklern die unsere API verwenden. Für unsere Suche ist die Zeit für große Bilder noch nicht gekommen – wir bemühen uns ständig die Ergebnisseite so klar und übersichtlich wie möglich zu halten deshalb dauern die Forschungsarbeiten noch an. A propos Forschung: alle die darüber nachdenken unsere API zu benutzen, aber noch Inspiration brauchen, sollten bei Gelegenheit mal bei Lokku Labs vorbeischauen, unserem Labor für experimentelle Projekte. An dieser Stelle seien auch nochmal jedem unsere Tools für Webmaster empfohlen, der einfachste Weg zu Nestoria Immobilienlisten.

Wir freuen uns immer über Feedback, wie man sieht kann daraus Innovation entstehen.

Neue Partnerschaft mit Capital

Der Capital Immobilien-Kompass ist dieses Jahr zum dritten Mal erschienen und bietet online mit 180 Städten Informationen zu Lagequalität, Preistrends, Infrastruktur und Wohnumfeld für das gesamte Bundesgebiet. Ergänzt wird dieses Angebot nun durch eine Immobiliensuche powered by Nestoria. So können Interessierte nun nahtlos Recherche und Suche verbinden.

capital und nestoria

Es freut uns, dass eine bekannte und etablierte Marke wie Capital einem kleinen Start-Up wie uns das Vertrauen schenkt, das für eine Partnerschaft notwendig ist. Wenn auch Sie eine Webseite haben, die von einer Nestoria-Immobiliensuche profitieren könnte, setzen Sie sich mit uns in Verbindung!

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und heißen unseren neuen Partner herzlich willkommen.

Google Maps Monopoly

In Partnerschaft mit Hasbro startet Google morgen Monopoly City Streets, ein virtuelles Monopoly Spiel bei dem die ganze Welt das Spielbrett ist. Also, die virtuelle Welt von Google Maps.

Foto von mrkathika

Foto von mrkathika

Spieler können dabei beliebige Straßen kaufen und Häuser und Hotels bauen. Es stehen auch weitere Gebäude wie Wolkenkratzer, Kraftwerke etc. zur Verfügung, alle in 3D. Um die Mitspieler zu ärgern kann man ihnen mit Hilfe der Chance Karten Naturkatastrophen schicken, oder einfach ein Gefängnis oder sonstige hässliche Gebäude, die den Grundstückspreis verfallen lassen, in die Nachbarschaft bauen.

Jeder Spieler erhält zu Beginn $ 3 Mio. die er auf den Kopf hauen kann. Bei Strassen gilt die Devise: Wer zuerst kommt mahlt zuerst – also schnell zugreifen bevor die Wunschstraße weg ist! Die Gebäude werden dann auf Google Earth ins Strassenbild eingefügt.

Foto von mrkathika

Foto von mrkathika

Auf alle die sich den Traum vom (virtuellen) Immobilienimperium erfüllen wollen wartet ab morgen bis noch bis zum Ende des Jahres ein sicherlich spannendes Spielvergnügen.

Für alle, die schon immer davon geträumt haben wirklich an der Schloßstrasse zu wohnen, sind wir da.

Interview mit Klaus Bechtold von GPSies

Diesen Monat haben wir Klaus Bechtold von GPSies zum Interview gebeten. GPSies ist eine Seite die sich an Besitzer von GPS-fähigen Geräten richtet und hat eine stetig wachsende Community von internationalen Nutzern.

GPSies

1.
 Hallo Klaus! Du betreibst ja GPSies jetzt schon seit ein paar Jahren sehr erfolgreich. Kannst du für unsere Leser kurz erklären wie du auf die Idee kamst und was genau GPSies eigentlich ist?

Ganz kurz gesagt: GPSies ist ein Internet-Portal für Outdoor- und Sportstrecken. Bis heute wurden 250.000 Strecken von der Community gesammelt, gespeichert und auf den Karten dargestellt. Naja, das war die Kurzfassung. GPSies ist stark auf die Verwendung mit GPS-Geräten ausgerichtet und bietet als Highlight neben dem Strecken-Editor auch einen Online-GPS-Konverter, der sogar Höhendaten “on-the-fly” in den GPS Track einweben kann – technologisch eine wahre Herausforderung.

Aufgrund der offenen Schnittstellen können auch mobile Geräte, wie z.B. iPhone, BlackBerry oder Android an GPSies angeschlossen werden und Strecken austauschen. Die stark praxisorientierten Funktionen von GPSies werden von der Community geschätzt und geliebt, das Feedback ist überwältigend.
 Auf die Idee bin ich gekommen, weil ich genau so ein Tool gesucht und nicht gefunden hatte. Ich bin selbst Läufer und hatte im Jahr 2006 eine kostenlose Möglichkeit gesucht, wie ich meine aufgezeichneten GPS-Strecken visualisieren konnte – da gab es damals noch nicht viel, eigentlich gar nichts. Da ich neben Hobby-Läufer auch noch Software-Entwickler bin, fing ich an, GPS zu verstehen und das System zu entwickeln. Dass GPSies mal so groß werden würde, ist einfach passiert, das war so nie geplant :-)

2. 
In unserem Blog berichten wir immer wieder gerne über das OpenStreetMap Projekt. Inwiefern ist das für dich interessant und was hältst du davon?

Ich liebe OpenStreetMap (OSM) – das ist die beste Erfindung nach GPSies ;-) ! Spaß beiseite, OSM steht bei GPSies stark im Vordergrund. Zurzeit werden zwei verschiedene OSM Karten bei GPSies angeboten: die Standard-OSM Karte und die eine spezielle Fahrrad-Karte. Die Karten sind super und teilweise genauer als die kommerziellen – hier in Berlin ist das die beste und aktuellste Karte.
 GPSies leistet selbst aktiven einen Beitrag zur Unterstützung von OSM. Jeder Benutzer der GPSies Community kann entscheiden, ob er seine Strecke einfach per Knopfdruck an OSM sendet. Das machen mittlerweile sehr viele und somit ist GPSies sogar weltweit an Platz 15 der ” OpenStreetMap Top 50 users for uploads of GPS data”.

3. 
Was ist für dich momentan die interessanteste Entwicklung im Internet? Was könnte deiner Meinung nach “the next big thing” werden?

Die interessantesten Entwicklungen für mich sind die immer stärker zusammenwachsenden Dienste. Beispielsweise das Senden von Strecken per API an OSM, das Holen von Picasa Bildern auch via API und Einbinden in die GPSies Karte, das Senden neuer Strecken via Twitter-API, usw. Wir Portal-Betreiber kooperieren immer mehr und daraus werden individuelle und nützliche Funktionen, die man sich vorher nie vorstellen konnte. Mein Augenmerk liegt zurzeit stark im mobilen Bereich. GPSies gibt es auch als mobile Variante und ich bemerke auch dort einen starken Anstieg der Nutzung. Auch die von mir entwickelte Android Version wird immer mehr wahrgenommen und installiert (3.500 Installationen seit Juni 2009). Android ist übrigens mein neuestes Steckenpferd, die GPSies Android Version wird um weitere Funktionen ausgebaut.
Im Bereich von Streckenportalen werden sicherlich noch einige nützliche lokal-basierte Dienste hinzukommen (Live-Tracking, Verknüpfung von POI-Diensten wie Qype, servergesteuerte Trainingshilfen, usw.)

4. Was ist deine Erfahrung mit der deutschen Internetcommunity? Im Interview mit Christian Heilmann und Victor Henning erwähnen beide, dass die Sprachbarriere durchaus Hindernis sein kann, da Neuigkeiten oft im englischen Sprachraum veröffentlicht werden. GPSies ist ja inzwischen auch über Deutschland hinaus bekannt. Was sind deine Erfahrungen in Bezug auf Deutschland und die internationale Community?

Für mich gibt es keinen Unterschied, ob ich mit der deutschen oder internationalen Internetcommunity kommuniziere. Die Internetcommunity von GPSies besteht durchweg aus sehr freundlichen und aufgeschlossenen Menschen. In den drei Jahren habe ich schon sehr viele Freundschaften geschlossen, teilweise haben wir uns auch schon gegenseitig besucht. Ich war schon mal in Luxemburg eingeladen, dann mal in Österreich und da Berlin eine sehr große Anziehungskraft hat, hatte ich schon sehr viele Benutzer hier mal auf ein Bier oder zu einem gemeinsamen Lauf getroffen.

Ganz am Anfang der GPSies-Zeit hatte ein großes portugiesisches Mountainbike-Forum die Site entdeckt. Ich kam über die Log-File Analyse drauf und klinkte mich in die Diskussion ein. Die hatten echt super Ideen, darauf wäre ich als Läufer nie gekommen. Da ich die Ideen regelmäßig einen Tag später schon umsetzte, waren die natürlich voll euphorisch und fingen an, mich mit Forums-Karma zu überschütten. Am Schluss versuchten sie sogar einen Flug von Berlin nach Lissabon und ein Mountainbike zu organisieren, damit ich bei einer Challenge mitfahren sollte. Sie hatten sogar schon Ausreden überlegt, mit denen ich meine Frau besänftigen sollte, mal ein paar Tage alleine zu verreisen.

Da ich bei GPSies jeden mit „du“ anspreche, haben wir sehr geringe Kommunikationshürden. Viele der Benutzer sind 50 Jahre und älter, sehr viele Rennrad-Fahrer und Wanderer sind über 70, selbst mit dieser Gruppe lässt sich so umgehen, als ob ich mit einem 20-jährigen kommuniziere. Das liegt aber auch an der Sport-Community, uns verbindet der gleiche Geist. Als Dankeschön für die kostenlosen Dienste von GPSies bekomme ich regelmäßig Post mit Weinflaschen, Rennrad-Trikots oder Laufsocken.

5.
 Wie stellst du dir die Zukunft von GPSies vor?

Hm, das ist eine gute Frage, die ich gar nicht so leicht beantworten kann. Rein technisch und funktional wird GPSies ständig erweitert, das ist noch einfach zu artikulieren. Zurzeit forciere ich wieder die Android Version. Darauf will ich aber jetzt gar nicht eingehen.

Daneben gibt es aber noch einen anderen Punkt: ich betreibe GPSies ja nur nebenberuflich, quasi als Hobby. Die stark gewachsene Community ist neben meinem Hauptjob und meiner Familie, ich habe 2 Kinder, nur noch schwer zu betreuen. Da GPSies immer noch sehr stark wächst muss bald eine Entscheidung her – die kritische Masse ist schon lange erreicht. Mittlerweile habe ich zumindest in der Administration Unterstützung – ein befreundeter Admin hilft mir für ein kleines Salär bei der System-Betreuung. So kann ich mich zumindest um das Marketing, um die Community und um die Weiterentwicklung kümmern. Wenn GPSies jedoch weiter so stark wächst, dann habe ich jetzt schon Bedenken, wie ich das nächste Frühjahr/Sommer bewältigen soll.

Der Betrieb von GPSies (Server-Farm, IVW-Zählpixel, Admin) trägt sich selbst durch die Schaltung von Werbung – jedoch kann ich mit damit alleine nicht in das Risiko der Selbständigkeit begeben. Das Risiko kann ich meiner Familie nicht aufbürden. Ich habe schon mal über einen anteiligen Verkauf von GPSies nachgedacht – da könnte ich als “Kopf” dabei bleiben und das operative Geschäft abgeben. Mal sehen – Anfragen in dieser Richtung hatte ich schon. Ich möchte aber unbedingt, dass alle Funktionen von GPSies kostenlos bleiben. Strecken sind aus meiner Sicht allgemeingut und dürfen nicht verkauft werden.

Vielen Dank für das Interview, Klaus, und viel Erfolg weiterhin mit GPSies!