Du oder Sie?

Dear Doosie,

warum ich Sie Doosie nenne, fragen Sie? Well, my dear, don't you understand German - verstehen Sie denn kein Deutsch? I am calling you Doosie, weil ich noch nicht recht weiß, ob ich Du oder Sie zu Ihnen sagen soll.

... schreibt Werner Landsburgh im allen Englischlerner(inne)n und Englischauffrischer(inne)n sehr zu empfehlenden Buch „Dear Doosie“*. Dieselbe Doosie-Frage stellte sich vor einigen Wochen auch im Nestoria-Büro: Sind unsere Nutzer Du oder Sie? Und wie sieht es im Blog aus? Und in den Hilfeseiten? Sind Nutzer Du und Blogleser Sie? Oder andersrum? Oder doch alle Doosie?

Nach langen Diskussionsabenden im Pub möchte ich heute aber doch ein paar Sätze über ebendiese Frage schreiben. Wer je Englisch gelernt hat weiß sicherlich, dass es im Englischen keinen Unterschied zwischen dem formlosen Du und dem förmlichen Sie (mehr) gibt, jeder sagt zu jedem „you“. So ähnlich ist das auch in Spanisch. Es gibt zwar das förmliche „usted“, aber verwendet wird es kaum noch. Daher gab es die Doosie-Diskussion bisher noch nie im Nestoria-Büro. Die ging mit umso größerer Intensität los, als wir mit dem Erstellen der deutschen Seite begannen.

Während manche die Problematik gar nicht erst durchschauten, argumentierten vor allem die deutschen Muttersprachler für das Sie. Schließlich will man seriös wirken; muss ja nicht jeder wissen, dass wir in kurzen Hosen und Flipflops im Büro sitzen. Mit der Immobiliensuche verbinded man nun mal den Makler und der trägt Anzug und Krawatte -  und Siezt. Blogosphärenerfahrene merkten dann aber ganz richtig an, dass im Internet das Du klar auf dem Vormarsch ist. Viele junge dynamische Firmen duzen den Nutzer, warum als nicht auch wir? Als Vorschlag zur Schlichtung wurde noch eingeworfen, man könne ja der Fraktion der Du-Sie-Vermeider beitreten, die in deutschen Blogs angeblich stark vertreten ist.

Schlussendlich setzten sich aber doch die muttersprachlich förmlichen Deutschen durch und wir besannen uns auf die Vorzüge des Siezens nach Knigge. Bleibt zu fragen: Was sind Ihre (oder Deine?) Gedanken zum Thema? Und wer kennt Länder in denen es das Doosie-Problem auch gibt?

* Werner Landsbergh: Dear Doosie. Erstmal herausgegeben 1997 vom Nymphenburger Verlag und seitdem vielfach neuaufgelegt und fortgesetzt. Erhältlich beim Buchladen Ihres Vertrauens.

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by Nestoria Deutschland 

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