Interview mit Matthias Dietrich vom Perl-Workshop 2010
Unser nächstes Interview in unserer Reihe führten wir mit Matthias Dietrich, einem der Organisatoren des Perl-Workshop 2010, den wir auch dieses Jahr wieder als Sponsoren unterstützen.
Hallo Matthias.
Der deutsche Perl-Workshop findet jetzt schon zum 12. Mal statt. Kannst du unseren Lesern kurz erklären was dort so passiert?
Der Deutsche Perl-Workshop ist eine seit 1999 jährliche wiederkehrende Konferenz meist deutschsprachiger Anwender und Entwickler der Programmiersprache Perl. Jedes Jahr wird er an einem anderen Ort abgehalten und von den lokalen Perl-Mongers organieiert, und für dieses Jahr haben wir Stuttgarter uns beworben und den Zuschlag erhalten! :-)
Die Vorträge stehen zum Großteil bereits im Vorfeld fest, aber es gibt immer noch Möglichkeiten, kurze Talks zu geben. Die Thematiken sind dabei immer breit gefächert, so dass jedes Publikum angesprochen wird. So gibt es meist Themen zur Web- und Datenbankentwicklung, aber auch Themen wie die Scriptverarbeitung werden nicht ausser Acht gelassen.
Für den Perl-Workshop 2010 haben wir das Thema "Modern Perl" gesetzt und prominente Gastredner eingeladen. Matt S Trout und Kieren Diement werden über Themen wie Catalyst und DBIx::Class, aber auch andere Themen referieren. Patrick Michaud, der Rakudo Perl 6 Pumpkin, war ebenfalls eingeladen, musste allerdings kurzfristig absagen.
Wie stark ist Perl in Deutschland verbreitet? Steigt die Anzahl der Nutzer oder ist sie in den letzten Jahren gleich geblieben oder gesunken?
Dazu gibt es keine wirklichen Zahlen und es ist schwer einzuschätzen. Grundsätzlich sehen wir, die Stuttgarter Perl Mongers Gruppe, dass viele Firmen Perl einsetzen, ohne dass groß darüber geredet wird. Manchmal sind wir selbst erstaunt, wenn wir mitbekommen, dass eine bestimmte Firma Perl ebenfalls und intensiv einsetzt :-).
Allerdings gibt es viele neue Entwicklungen in der Perl-Community, wie zum Beispiel Catalyst oder Moose, die Perl ziemlich pushen und neue Möglichkeiten eröffnen, die es vorher in Perl und sogar in anderen Sprachen nicht gab. Damit wird Perl wesentlich interessanter für Neueinsteiger, aber auch für Leute wie mich, die schon länger Perl einsetzen, gibt es immer neue Dinge zu entdecken!
Wie ist das beim Workshop, wie viele Besucher erwartet ihr und kennt man sich inzwischen untereinander oder tauchen auch oft neue Gesichter auf?
Wir erwarten ca. 120 Besucher, diese Zahl ist jedes Jahr recht konstant geblieben. Einige davon trifft man immer wieder - auch ausserhalb des Perl Wokshops. Allerdings sind jedesmal auch viele neue Gesichter zu sehen! Die jeweils lokalen Workshops ziehen eben auch viele Personen aus dem Umkreis heran :-).
Worin siehst du die Stärken von Perl gegenüber anderen Programmiersprachen?
Eine große Stärke von Perl gegenüber anderen Programmiersprachen sehe ich vor allem in dem zentralen Modularchiv, genannt CPAN oder "Comprehensive Perl Archive Network". Jeder Entwickler hat darüber Zugriff auf über 20.000 Perl-Distributionen mit Dokumentation. Über viele Clients können diese Distributionen auch einfach auf so gut wie jedem Betriebssystem mit allen Abhängigkeiten installiert und getestet werden. Für Modulentwickler bietet das CPAN einen zentralen Speicherplatz für die Dateien und Dokumentation, sowie automatisierte Modultests, Bugtracker, Abhängigkeitsverzeichnis und mehr!
Das CPAN ist eines der täglichen Werkzeuge eines jeden Perl-Entwicklers und hilft ungemein beim Entwickeln neuer Applikationen und Scripts.
Für mich persönlich ist ein weiterer Vorteil die Syntax, die auf den ersten Blick für manche etwas verwirrend zu sein erscheint, aber sehr mächtig ist. Perl ist ein Allzweckwerkzeug, das ich für jeden kleinen und großen Task nutzen kann.
Viel Spass beim Perl-Workshop und vielen Dank für das Interview!