Na, wieviele Jahresrückblicke haben Sie heute schon gesehen? In der Zeitung, im Fernsehen, im Radio und jetzt auch im Nestoria Blog gibt es sie: Die Jahresrückblicke 2009. Letzten Freitag gab es Teil 1 des Nestoria Jahresrückblicks mit Infos zu den Neuerungen 2009 am der Seite Nestoria.de. Heute geht es weiter: Wir werfen einen Blick auf die Interviewserie im Nestoria Blog.
Eigentlich lautet der Plan, jeden Monat ein Interview zu veröffentlichen. In diesem Jahr wollten nicht ganz so viele Leute ans Nestoria-Mikrofon, deshalb gab es nur neun Stück. Und hier sind Highlights:
Januar: Andy Allan von OpenCycleMap
Kurz zusammengefasst: Andy Allan ist einer der ersten, die OpenStreetMap Daten genutzt haben, um spezielle themenbezogene Karten zu erstellen. Die OpenCycleMap ist eine Landkarte speziell für Radfahrer. Die Autobahn ist dort eher klein eingezeichnet, der Radweg durch den Stadtpark dafür umso größer. Die Nutzer rannten Andy von Anfang an “die Bude ein” und Andy berichtete von den Herausforderungen, ein solch großes Projekt zu stemmen. Außerdem empfiehlt er uns, die OpenStreetMap Karten auf Ergebnisseiten zu verwenden.
Bester Satz: “Es wäre toll, wenn man bei euch auch…” – Andy über den statistisch häufigsten Satzanfang für Nutzerfeedback.
April: Lance Johnson von Nokia Interactive Advertising
Kurz zusammengefasst: Lance Johnson berichtet über neue Entwicklungen bei Nokia. Unter anderem spricht er vom neuen Ovi und der Zusammenarbeit mit dem neu eingekauften Töchterchen NAVTEC. Interessant finden wir vor allem seine Äußerungen über die Zukunft der Werbung.
Bester Satz: “Wir haben in einer Welt gelebt, wo die Menge an Störungen von verschiedenen Medien beständig gewachsen ist.”
Mai: Olaf Hannemann von OpenSeaMap.org
Kurz zusammengefasst: OpenStreetMap kartografiert die Kontinente in frei zugänglicher Art, aber wer befreit die Ozeane von den sehr teuren kommerziellen Seekarten? Salzbuckel Olaf Hannemann mit dem von ihm gestarteten Projekt OpenSeaMap.org kümmet sich genau darum. Im Mai stand das Projekt noch ganz am Anfang: Zum Beispiel musste erstmal überlegt werden, wie die ziemlich komplexen Seezeichen überhaupt erfasst werden können. Wenn das dann aber einmal erledigt ist, stehen der OpenSeaMap keine Grenzen. Von Hafenhandbüchern bis hin zum Handbuch “Schöne Törns” fallen Olaf da eine ganze Reihe potentieller Anwendungen ein.
Bester Satz: “Sobald Sie mit einem Schiff auf dem Meer unterwegs sind, werden sie feststellen, dass das Meer nicht nur blau und flach ist.”
PS: Ein Salzbuckel ist, so lehrte uns Herr Hannemann im Mai, das Pendant zur Landratte.
Juni: Christian Heilmann von Yahoo!
Kurz zusammengefasst: Christian Heilmann meint, in Deutschland wäre er arbeitslos. Zum Glück wohnt er in London und ist “International Developer Evangelist” bei Yahoo! Auf die Frage, welche Entwicklungen und Technologien er besonders spannend findet, antwortet Christian: Firbug, YSlow, Dragonfly, YUI, jQuery, Dojo, Prototype, YUI Grids, 960, Blueprint, Pipes, YQL, Gnip, S3, EC2, HTML5, Aria und JSON. Etwas allgemeinverständlicher redet Christian auch darüber, dass er es nicht gut findet, dass in Deutschland immer wieder Abklatsche amerikanischer Websites produziert werden anstelle eigene Ideen zu entwickeln. Außerdem erklärt er uns die Sache mit “The Hair of Christian Heilmann”.
Bester Satz: “Mein Job ist es, mit Entwicklern zu kommunizieren. Das ist schwieriger als man denkt” Als Blogger im Nestoriabüro, weiß ich wovon er da redet…
Juli: Carsten Germann von Immobild
Kurz zusammengefasst: Carsten Germann ist Chefredakteur beim Blog ImmoBild. Mit ihm sprachen wir unter anderem über die ImmoStudie 2009, die gezeigt hat, dass das Internet als Vermarktungskanal für Immobilien noch wichtiger geworden ist. Carsten geht sogar soweit zu sage, dass der deutsche Onlinemarkt für Immobilien aus der Wirtschaftskrise als Gewinner hervorgehen kann.
Bester Satz: “Das Internet, so zeigt es u. a. die ImmoStudie 2009, hat seine Vormachtstellung im Vergleich zum Vorjahr noch weiter ausbauen können” (zum Thema Internet als Vermarktunkskanal für Immobilien)
August: Victor Henning von Mendeley
Kurz zusammengefasst: Mendeley will das last.fm für akademische Veröffentlichungen werden. Akademische Veröffentlichungen? Genau. Wissenschaftler sind ständig am lesen und zitieren – blos leider gab es dafür bis vor kurzem keine gute Software. Mendeley füllt diese Lücke und ist dabei sehr erfolgreich. Einige Monate nach unserem Interview berichtete Techcrunch, dass Mendeley bald die weltweit größte Datenbank für wissenschaftliche Veröffentlichungen sein wird. Auch außerhalb der Wissenschaft hat Victor große Pläne. Zum Beispiel einen Kochlöffel mit eingebauter Zunge und Zutaten-Recommendation-Engine.
Bester Satz: “Die bestehenden Tools waren derart altbacken, dass man fast dachte, man müsste sie mit Lochkarten füttern.” – Da kann der Autor dieses Jahresrückblicks nur zustimmen. Der ist nämlich nicht nur Blogautor sondern auch Doktorand und kann sich ein Leben ohne Mendeley gar nicht mehr vorstellen!
September: Klaus Bechthold von GPSies
Kurz zusammengefasst: Im September bietet sich dem Blog-Leser eine Geschäftsidee. Warum nicht die Seite www.gpsies.de anteilig kaufen? Wir sprachen mit Klaus Bechthold, der die sehr populäre Webseite für GPS-Pfade von und für Outdoorsportler gebaut hat und ständig weiterentwickelt – als Hobby! Klaus plaudert ein wenig aus dem Nähkästchen über die Anfänge seines Projekts, das Zusammenwachsen verschiedenster Dienste als Mashups und seinem neuem Steckenpferd, der Entwicklung von Apps für Google Android.
Bester Satz: “Ich liebe OpenStreetMap”
Oktober: Andreas Bogen von Opportuno
Kurz zusammengefasst: Opportuna macht für Stellenanzeigen das, was Nestoria für Immobilieninserate macht: Suchen, sortieren und dann praktisch und einfach zugänglich machen. Das ganze enstand aus einem Hobbyprojekt und ist auf eine vertikale Suchmaschine mit beachtlichen 1500 Datenquellen angewachsen. Außerdem befragten wir Andreas zu Quantität vs. Darstellung, Microhoo vs. Google sowie Deutschland vs. Silicon Valley.
Bester Satz: “Die Qualität der Datenbank ist dabei nicht zu verwechseln mit der Quantität.” – Sehr schön gesagt, das können wir hier bei Nestoria nur unterschreiben. Denn wem nützen 2 Mio. Einträge, wenn 1 Mio. davon Duplikate sind?
November: Kai Bösel von motoso.de
Kurz zusammengefasst: motoso.de startete als Internet-Marktplatz für Autoteile und deckt nunmehr auch Neu- und Gebrauchtwagen ab. Auch Dank drei großen Verlagen als Investoren ist ein wichtiger Teil des Geschäfts die Integration von Online to Print Angeboten. Nach der Community “motoZone”, einem Blog sowie Präsenz auf Facebook und Twitter überlegt Kai Bösel nun, wie er ein Facebook-Spiel zur Vermarktung einsetzen kann, “ohne sich gleich als Kommerz-Bude eine blutige Nase bei den Usern zu holen”.
Bester Satz: “Ehrlich gesagt sind für mich derzeit die vielen kleinen Spiele wie Farmville oder Mafia Wars auf Facebook eine interessante aber auch durchaus fragwürdige Entwicklung.”
Das war sie, die Interviewserie im deutschen Nestoria Blog. Natürlich gab es auch in den anderssprachigen Blogs von Nestoria. Zum Beispiel kann man im englischen Blog nachlesen, warum ein Reiseportal für homosexuelle Engländer eine gute Geschäftsidee ist.