Interview mit Florian Haas vom Deutschen Mietkautionsbund e.V.

Unser Interview des Monats September haben wir mit Florian Haas, Vorstand des Deutschen Mietkautionsbund e.V. geführt.

Hallo Herr Haas.
Können Sie für unsere Leser kurz erklären was der Mietkautionsbund ist?

Der Mietkautionsbund e.V. (München) hat sich zum Ziel gemacht, Mietern eine günstig finanzierte Miet-Bürgschaft zu vermitteln, die an Stelle der geforderten Kaution beim Vermieter hinterlegt wird. Der Grundgedanke: Es ist besser, die anstehende Mietkaution günstig zu finanzieren, als das laufende Konto weiter zu belasten. Gerade junge Familien oder all die Mieter, die wegen des anstehenden Umzuges besonders finanziell beansprucht sind, fällt es schwer, mehrere Kaltmieten als Kaution zu hinterlegen. Nicht selten muss in diesem Fall das Girokonto überzogen werden. Das ist nicht nur teuer, sondern oftmals der Einstieg in die Überschuldungs-Spirale. Um dies zu verhindern, vermittelt der Deutsche Mietkautionsbund nach einer Prüfung eine Bürgschafts-Finanzierung über einen der größten Deutschen Kreditversicherer. Der Zinssatz beträgt 4,7 Prozent – der Bürgschafts-Höchstbetrag liegt bei 10.000,- Euro. Voraussetzung hierfür: Mitgliedschaft im Deutschen Mietkautionsbund e.V. für einmalig 9,90,- Euro.

 

Wie kamen Sie auf die Idee diesen Service anzubieten?

Es ist wie so oft im Leben: Auf die besten Ideen kommt man im Alltag und dann auch meist nur durch Zufall. Mein Partner Frank Liepner und ich halfen bei dem Umzug eines guten Freundes, der in München mit seiner Familie in eine größere Wohnung zog. Nach getaner Arbeit saßen wir zusammen und unser Freund begann aufzulisten, welche finanziellen Hürden im Rahmen eines Umzuges zu stemmen sein. Möbelwagen, Renovierung, neue Möbel – und dann noch die Mietkaution an den neuen Vermieter in Höhe von drei Kaltmieten. Da kamen Summen zusammen, die das Girokonto unseres Freundes sehr strapazierten und er seinen Dispo in Anspruch nehmen musste. Das war die geistige Geburtsstunde des Deutschen Mietkautionsbundes e.V.

 

Wie ist die Reaktion von Vermietern auf Ihr Konzept? 

Im großen und ganzen gibt es nur sehr wenige Vermieter, die eine Bürgschaft über den Deutschen Mietkautionsbund e.V. nicht akzeptieren. Aber selbstverständlich gibt es Vermieter, die der Auffassung sind, dass nur eine auf einem Sparbuch hinterlegte Kaution die nötige Sicherheit bietet. Es setzt sich aber immer mehr die Erkenntnis durch, dass eine Bürgschaftslösung auch für den Vermieter eigentlich nur Vorteile bringt. Im Schadensfall muss er sich nicht mit dem Mieter direkt ärgern, sondern kommuniziert direkt mit unserem Versicherer oder mit uns. Das verhindert eine unnötige Emotionalisierung. Zum anderen bieten wir Vermietern deutschlandweit die erste echte Mietnomadenversicherung und damit eine umfassende Absicherung gegen Schäden und Mietausfälle. Das freut natürlich die Vermieter.

 

In Deutschland wird ja im Vergleich zu anderen Ländern sehr viel mehr gemietet als gekauft - auch deswegen füllt der Mietkautionsbund hier eine wichtige Marktlücke. Haben Sie eine Erklärung dafür, dass viele Deutsche Mieten dem Haus- oder Wohnungskauf vorziehen?

Die relativ geringe Eigentumsquote hat in Deutschland auch historische Gründe. Nach den flächendeckenden Zerstörungen im  2. Weltkrieg wurde der Sozialwohnungsbau sehr stark gefördert und damit erst einmal das Grundbedürfnis nach bezahlbaren Wohnungen befriedigt. Erst relativ  spät setzte in Deutschland die gezielte Förderung von Wohneigentum ein. Länder wie etwa Spanien oder Großbritannien haben da eine ganz andere Historie. Dies drückt sich auch heute noch statistisch in der relativ geringen Eigentumsquote aus. Tatsache ist jedoch auch, dass es besonders in den deutschen Großstädten für Normalverdiener derzeit nur sehr schwer ist, Wohneigentum zu erwerben. Da bleibt oftmals nichts anderes übrig als zu mieten. Auf dem „flachen Land“ wird sich in den kommenden Jahren die Eigentumsquote deutlich erhöhen – da bin ich sicher.

Florian Haas und Frank Liepner mit dem Strategiepreis 2010

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

 

 

 

Abgelegt unter  //  interview  
Comments (0)
Posted
by nomsa 

Interview mit Henrik Wolter von vergleichen.de

Unser Interview des Monats führten wir diesmal mit Henrik Wolter von vergleichen.de, unserem neuen Partner im Bereich Immobiliensuche. Auf dem Verbraucherportal können Nutzer zu Themen wie Energie, Versicherungen und Shopping Preise vergleichen und Informationen finden. Seit diesem Monat wird die Immobiliensuche bei vergleichen.de von Nestoria unterstützt.

Können Sie unseren Lesern kurz erklären wie vergleichen.de entstanden ist?

Hinter vergleichen.de steht das Team der Firma Bo-Mobile aus Bonn, die bereits mehrere Verbraucherportale im Internet betreibt. Dazu zählt handytarife.de, inzwischen übrigens seit rund 12 Jahren online, online-tarife.de, energietarife.com, finanzcheck.com und nicht zuletzt smavel.com, ein großes Online Reiseportal. Ziel von vergleichen.de war es, das vorhandene Angebot auszuweiten und zu DEM Suchportal rund um Preise, Angebote und Anbieter aus allen Bereichen zu machen.

 

Was sind die beliebtesten Themen bei vergleichen.de?

Da liegen mit Sicherheit die Klassiker ganz vorne, die alle User interessieren: Shopping und Reisen, also billige Produkte aller Art sowie günstige Flüge und Hotels. Aber auch die Immobiliensuche im Internet ist spürbar ein Zukunftsthema und boomt derzeit.

 

Haben Verbraucherportale wie vergleichen.de den Markt in Deutschland verändert? Verhalten sich Anbieter anders, sind Nutzer kritischer geworden, jetzt wo Informationen über das Internet viel schneller verbreitet werden können?

In den letzten Jahren hat sich das Einkaufsverhalten, aber auch das Verhalten der Kunden gegenüber Anbietern mit Sicherheit verändert: Vergleichsportale wie vergleichen.de sorgen für mehr Transparenz im teilweise undurchschaubaren Dschungel von Tarifen und Preisen, insbesondere Online-Rechner für Handy, DSL, Flüge oder Immobilien beispielsweise zeigen den Verbrauchern schnell die besten Anbieter. Das macht Nutzer kritischer, und zeitgleich noch preissensibler. Ein Phänomen ist allerdings trotzdem: Viele Kunden vergleichen Preise im Netz, kaufen dann aber im Laden um die Ecke. Oder anders herum: Sie lassen sich im Laden beraten, kaufen dann aber im Netz, beide Varianten kommen häufig vor.

 

Wie wichtig ist die Idee von Web 2.0., also Beteiligung der Nutzer an Inhalten, im Bereich Verbraucherinformation im Internet? Und welchen Stellenwert haben Experten im Vergleich dazu?

Für die Internetseiten im vergleichen.de-Netzwerk und deren Besucher ist das Web 2.0 zwar wichtig, aber nicht allein entscheidend. Sehr gerne nutzen User natürlich Einträge im Forum, Bilder und Bewertungen anderer Besucher. Trotzdem sind sie meist vorsichtig, was den Inhalt der Rezensionen angeht, denn man kennt den Urheber natürlich nicht, weiß also nicht ob er einen guten oder schlechten Tag hatte oder sogar aus der Marketing-Abteilung eines Herstellers stammt und Produkte aus dem eigenen Haus positiv bewertet.

Deutlich höher ist da der Stellenwert unabhängiger Experten zu bewerten: Das Feedback der User zeigt eindeutig, dass beispielsweise Testberichte, die in unserem Haus durchgeführt wurden, eine weitaus höhere Akzeptanz finden als entsprechende Rezensionen anderer User.

 

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg mit vergleichen.de!

Abgelegt unter  //  interview  
Comments (0)
Posted
by nomsa 

Interview mit Matthias Dietrich vom Perl-Workshop 2010

Unser nächstes Interview in unserer Reihe führten wir mit Matthias Dietrich, einem der Organisatoren des Perl-Workshop 2010, den wir auch dieses Jahr wieder als Sponsoren unterstützen. 
 
 
Hallo Matthias.
Der deutsche Perl-Workshop findet jetzt schon zum 12. Mal statt.  Kannst du unseren Lesern kurz erklären was dort so passiert?
 
Der Deutsche Perl-Workshop ist eine seit 1999 jährliche wiederkehrende Konferenz meist deutschsprachiger Anwender und Entwickler der Programmiersprache Perl.  Jedes Jahr wird er an einem anderen Ort abgehalten und von den lokalen Perl-Mongers organieiert, und für dieses Jahr haben wir Stuttgarter uns beworben und den Zuschlag erhalten! :-)
 
Die Vorträge stehen zum Großteil bereits im Vorfeld fest, aber es gibt immer noch Möglichkeiten, kurze Talks zu geben.  Die Thematiken sind dabei immer breit gefächert, so dass jedes Publikum angesprochen wird.  So gibt es meist Themen zur Web- und Datenbankentwicklung, aber auch Themen wie die Scriptverarbeitung werden nicht ausser Acht gelassen.
 
Für den Perl-Workshop 2010 haben wir das Thema "Modern Perl" gesetzt und prominente Gastredner eingeladen.  Matt S Trout und Kieren Diement werden über Themen wie Catalyst und DBIx::Class, aber auch andere Themen referieren.  Patrick Michaud, der Rakudo Perl 6 Pumpkin, war ebenfalls eingeladen, musste allerdings kurzfristig absagen.
 
 
 
Wie stark ist Perl in Deutschland verbreitet? Steigt die Anzahl der Nutzer oder ist sie in den letzten Jahren gleich geblieben oder gesunken?
 
Dazu gibt es keine wirklichen Zahlen und es ist schwer einzuschätzen.  Grundsätzlich sehen wir, die Stuttgarter Perl Mongers Gruppe, dass viele Firmen Perl einsetzen, ohne dass groß darüber geredet wird.  Manchmal sind wir selbst erstaunt, wenn wir mitbekommen, dass eine bestimmte Firma Perl ebenfalls und intensiv einsetzt :-).
 
Allerdings gibt es viele neue Entwicklungen in der Perl-Community, wie zum Beispiel Catalyst oder Moose, die Perl ziemlich pushen und neue Möglichkeiten eröffnen, die es vorher in Perl und sogar in anderen Sprachen nicht gab.  Damit wird Perl wesentlich interessanter für Neueinsteiger, aber auch für Leute wie mich, die schon länger Perl einsetzen, gibt es immer neue Dinge zu entdecken!
 
 
 
Wie ist das beim Workshop, wie viele Besucher erwartet ihr und kennt man sich inzwischen untereinander oder tauchen auch oft neue Gesichter auf?
 
Wir erwarten ca. 120 Besucher, diese Zahl ist jedes Jahr recht konstant geblieben.  Einige davon trifft man immer wieder - auch ausserhalb des Perl Wokshops.  Allerdings sind jedesmal auch viele neue Gesichter zu sehen!  Die jeweils lokalen Workshops ziehen eben auch viele Personen aus dem Umkreis heran :-).
 
 
 
Worin siehst du die Stärken von Perl gegenüber anderen Programmiersprachen?
 
Eine große Stärke von Perl gegenüber anderen Programmiersprachen sehe ich vor allem in dem zentralen Modularchiv, genannt CPAN oder "Comprehensive Perl Archive Network".  Jeder Entwickler hat darüber Zugriff auf über 20.000 Perl-Distributionen mit Dokumentation.  Über viele Clients können diese Distributionen auch einfach auf so gut wie jedem Betriebssystem mit allen Abhängigkeiten installiert und getestet werden.  Für Modulentwickler bietet das CPAN einen zentralen Speicherplatz für die Dateien und Dokumentation, sowie automatisierte Modultests, Bugtracker, Abhängigkeitsverzeichnis und mehr!
 
Das CPAN ist eines der täglichen Werkzeuge eines jeden Perl-Entwicklers und hilft ungemein beim Entwickeln neuer Applikationen und Scripts.
 
Für mich persönlich ist ein weiterer Vorteil die Syntax, die auf den ersten Blick für manche etwas verwirrend zu sein erscheint, aber sehr mächtig ist.  Perl ist ein Allzweckwerkzeug, das ich für jeden kleinen und großen Task nutzen kann.
 
 
 
 
Viel Spass beim Perl-Workshop und vielen Dank für das Interview!

Abgelegt unter  //  interview  
Comments (0)
Posted
by nomsa 

Interview mit Marcus Thielking von skobbler

Unser Interview im Mai führten wir mit Marcus Thielking von skobbler, den wir auf dem WhereCampEU kennengelernt haben, wo er eine Session über die Beziehung von skobbler zu OSM hielt
Wir freuen uns, dass er sich für ein Interview zur Verfügung gestellt hat.
1) Was ist skobbler ? Und wie seid ihr auf den Namen gekommen?
 
Mit skobbler kann man aktuell die richtigen Locations für seine jeweiligen Bedürfnisse finden und diese dann über unsere Handynavigation ansteuern. Natürlich kann man die Navigation auch ganz normal über eine Adresseingabe benutzen. Aktuell gibt es die skobbler App für das iPhone und in Kürze auch für Google-Android-Telefone. In Zukunft wird skobbler allerdings noch deutlich mehr machen. Es wird grundsätzlich unser Ziel sein, sinnvolle und smarte Produkte auf Basis der OpenStreetMap anzubieten, die den Nutzern Spaß machen.
 
Der Name skobbler ist während unserer Zeit bei der Firma Navigon entstanden und hat einfach wunderbar zu dem gepasst, was wir jetzt machen und vorhaben. Daher mussten wir nicht lange überlegen und haben den Namen mitgenommen.
2) Wie kam die Idee auf, OSM für euer Produkt zu nutzen? Was sind die Vorteile für euch und eure Nutzer?
 
Wir hatten OSM schon sehr lange im Blick. Wir glauben an den Crowdsourcingansatz bei Karten. Hier geht es konzeptionell in ähnlicher Weise um Daten wie "damals" bei Lexika bzw. Nachschlagewerken. Da funktioniert es bekanntermaßen bereits einige Zeit wunderbar - siehe Wikipedia.
 
Wir glauben, dass OpenStreetMap schon bald die detaillierteste Karte der Welt sein wird. Die bereits heute mehr als 250.000 Mapper weltweit und vor allen Dingen das immense Wachstum dieser Zahl weist eindeutig in diese Richtung. Als wir Anfang des Jahres den Kartenanbieter wechseln mussten, wollten wir daher nicht mit einer Zwischenlösung Zeit überbrücken, sondern haben den Schritt zu OSM sehr früh und sehr konsequent gewagt. Das hat für uns einen Riesenschwenk bedeutet, da wir dadurch große Teile von skobbler neu entwickeln mussten. Damit kann man den Schritt wohl durchaus mutig nennen.
 
Denn auch wenn das Wachstum und die heutige Abdeckung von OSM bereits beeindruckend sind, gibt es noch viele Möglichkeiten, die Karte weiter zu verbessern. Das gilt besonders für die Dinge, die nicht direkt zu sehen sind, sogenannte Attribute. Dieser Bereich ist gerade für eine Navigation sehr wichtig und stand bislang nicht im Fokus der Mapper. Hier fehlte einfach eine Anwendung, die solche Attribute vernünftig nutzt.
 
Die Vorteile für unsere Nutzer liegen auf der Hand. Sie können gerade in den Bereichen, in denen sie die Karte am besten kennen bzw. am meisten nutzen, selbst Hand anlegen bzw. zur Verbesserung beitragen. Zudem gibt es jederzeit die aktuellsten OSM-Kartendaten in skobbler - langwierige und teure Kartenupdatezyklen entfallen. Außerdem wird OSM, wie oben bereits genannt, in Zukunft wahrscheinlich einfach das beste Kartenmaterial bieten.
 
3) Wie ist die Reaktion auf die Umstellung bisher, sowohl in der OSM-Community als auch bei euren Nutzern?
 
Aus gutem Grunde eher gemischt. Für die Nutzer bedeutet es nach heutigem Stand zunächst mal den Verzicht auf einige gewohnte Features, die aufgrund der fehlenden Attribute in OSM vorerst nicht mehr geboten werden können. Hier müssen die notwendigen Daten erst generiert werden. Auch in anderen Bereichen müssen wir uns schnellstmöglich wieder an den "alten" Stand heranentwickeln. Das löst verständlicherweise erst einmal Ablehnung aus. Auf der anderen Seite gibt es aber auch viel Zuspruch und Unterstützung für den OSM-Gedanken. Wir müssen jetzt daran arbeiten, unseren sogenannten Rückkanal weiterzuentwickeln, der es den Nutzern erlaubt, durch Meldung von Kartenfehlern zur schnelleren Verbesserung der Karte beizutragen. Hier gibt es noch viel zu tun. Und von der Qualität des so generierten Nutzerfeedbacks an die OSM-Community hängt letztlich auch deren Akzeptanz skobblers als positiver Impuls für die OpenStreetMap ab.  
 
4) Google bietet auf Android in den USA ja auch Navigation für Google Maps an. Wie steht ihr zu der Konkurrenz? Und wann können wir mit einer Android Version von skobbler rechnen?
 
Jeder schaut auf Google. Da bilden wir keine Ausnahme. Was die pure Navigation betrifft, ist Google mit seiner Navigationslösung natürlich ein übermächtiger Konkurrent. Aber wird werden mittelfristig mit OpenStreetMap für viele Anwendungsfälle einfach das bessere Kartenmaterial haben. Eine interessante Nische kann ich mir für skobbler nicht zuletzt deswegen auch neben Google durchaus vorstellen. Außerdem freuen wir uns natürlich über jeden Tag, an dem der Google Navigator noch nicht auf dem iPhone angekommen ist. 
 
Die Androidversion der skobbler-Navigationsapp wird ab Mitte/Ende Juni verfügbar sein. Aktuell läuft bereits ein Betatest , zu dem man sich in unserem Forum anmelden kann.
 
 
5) Was ist für dich die momentan spannendste Entwicklung im Internet? Was fehlt dir noch?
 
Die zunehmende Einbindung von lokalem Content finde ich spannend. Dem Nutzer Infos an die Hand zu geben, die ihm an seinem tatsächlichen Aufenthaltsort weiterhelfen, ist ein großartiger Ansatz. Hier entwickelt sich eine neue, wichtige Dimension. Da sich diese Entwicklung allerdings noch in vielerlei Hinsicht in den Kinderschuhen befindet, handelt es sich dabei auch um die Antwort auf Eure zweite Frage.
 
Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg mit skobbler!
 
Die skobbler App für's iPhone gibt's im iTunes Store.
 
 
 
Dieses Interview ist Teil unserer monatlichen Interviewserie. Die letzten Interviews:

Abgelegt unter  //  interview   karten   OSM  
Comment (1)
Posted
by nomsa 

Interview mit Dirk Rumberg von WerWieWas.de

Unser Interview des Monats April haben wir mit Dirk Rumberg geführt. Er war schon bei der Süddeutschen Zeitung auf die Entwicklung neuer Produkte spezialisiert – die erfolgreiche „SZ-Bibliothek“ hat er seinerzeit erfunden und umgesetzt. Seit ein paar Wochen ist nun das lokale Informations-Portal WerWieWas.de in einer beta-Version live.

Wir haben Dirk Rumberg, Geschäftsführer von WerWieWas.de, nach dem Konzept der Seite und dem Hintergrund der gerade gestarteten Kooperation mit Nestoria gefragt.

WerWieWas.de ist ein lokales Informations-Portal – Was heißt das konkret?

WerWieWas.de ist die Dorfkneipe des Internetzeitalters – wobei die Dorfkneipe nicht wörtlich zu nehmen ist, sondern natürlich auch die Eckkneipe in der Großstadt sein kann – oder für die, die es bildungsbürgerlicher mögen: die Agora – also der Marktplatz – der griechischen Polis. Das, was dort an Alltagskommunikation stattfand, hat in der modernen Welt keinen Ort mehr. Diese Lücke wollen wir mit WerWieWas.de als lokalem Informations-Portal schließen. Es ist unser Ziel, Nutzern erstmals flächendeckendend auch sogenannte „hyperlokale“ Informationen und Inhalte zu bieten, die unterhalb der Wahrnehmungsschwelle der traditionellen Lokalmedien liegen. Mittelfristig sollen Nutzer über WerWieWas.de an jedem Ort Deutschlands erfahren, was um sie herum passiert.

Woher kommen die Inhalte auf WerWieWas.de?

Aus drei Quellen: Von Nutzern vor Ort, aus lokal relevanten Webseiten und durch Content-Partnerschaften.

Zunächst setzen wir auf „User Generated Content“ – alle, die sich vor Ort auskennen, also lokale Experten sind, können mitmachen, lokale Geschichten von heute und früher erzählen, Neuigkeiten bekannt geben, Termine veröffentlichen, Geschäfte, Restaurants oder Spielplätze empfehlen. Das geht alles sehr unkompliziert, indem man in Karten Orts-Pins setzt und dort posted, was einen vor Ort bewegt.

Die von Nutzern erstellten Beiträge werden durch Informationen aus ausgewählten lokalen Internetseiten, dem örtlichen Branchenbuch und durch Kooperationen mit Content-Partnern wie nestoria ergänzt.

Welche Ziele verfolgen Sie?

Zunächst konzentrieren wir uns ganz auf die Nutzer und möchten WerWieWas.de in den kommenden ein bis zwei Jahren deutschlandweit als umfassendes lokales Informations- und Mitmach-Portal etablieren. Im zweiten Schritt werden wir dann die einzelnen lokalen Angebote bei den regionalen mittelständischen Gewerbetreibenden vermarkten. Wir sind überzeugt, dass sich die vernetzte digitale Vermarktung auch hyperlokal durchsetzen wird und sich Service-Angebote auch direkt an die Laufkundschaft am Ort bringen lassen. Dass solche Geschäftsmodelle funktionieren, beweist zum Beispiel topix in den USA.

Warum sind Immobilieninhalte für WerWieWas.de interessant?

Unsere Nutzer wollen wissen, was um sie herum passiert. Und da ist es dann einfach auch spannend zu sehen: Wer zieht weg? Wo wird eine Wohnung oder ein Haus frei? Gerade in Großstädten wie München sind außerdem viele Menschen latent ständig auf Wohnungssuche. Wenn der Leidensdruck nicht zu groß ist, dann gehen sie aber nicht auf Immobilien-Portale oder lesen gar den Immobilien-Teil einer Zeitung. Sie bleiben jedoch vor den Schaufenstern der örtlichen Sparkasse stehen oder sehen eben zum Beispiel bei uns – sozusagen im virtuellen Vorübergehen – die Angebote in ihrer Nachbarschaft – und das direkt auf einer Karte verortet.

Wie können Nestoria und seine Partner von Ihrem Portal profitieren?

Der entscheidende Punkt ist wohl: Bei uns sehen auch Menschen diese Angebote, die eigentlich gar nicht auf Wohnungssuche sind – zumindest nicht aktiv. Aber wenn sie auf der Suche nach einer Veranstaltung, der neuesten Neuigkeit in ihrem Stadtviertel – oder auf der Suche nach einem empfehlenswerten Bäcker ohnehin auf unserer Seite sind, und dann lesen „zu vermieten“ oder „zu verkaufen“, da werden manche aus Neugier klicken. Menschen, die gezielt auf Wohnungssuche sind, haben den Vorteil, dass sie sich auf WerWieWas.de schnell und umfassend darüber informieren können, was in der Umgebung ihrer potenziell neuen Behausung sonst noch passiert.

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit WerWieWas.de!

Abgelegt unter  //  interview  
Comments (0)
Posted
by Nestoria Deutschland 

Interview mit Chris Osborne, Neogeograf

Schlag auf Schlag folgt auch schon das Interview des Monats März. Diesmal haben wir mit Chris Osborne gesprochen, dem Mann der das WhereCampEU organisiert, das diesen Freitag in London beginnt.

Chris organisiert regelmäßig #geomob Events hier in London und hat letztes Jahr mit uns an Wo soll ich hinziehen gearbeitet. Er arbeitet bei ITO World, die erst vor kurzem hier im Blog vorkamen.

Du organisierst das erste WhereCamp in Europa. Kannst du uns erklären was ein WhereCamp ist und wie du auf die Idee gekommen bist eins zu organisieren?*

Ich war letztes Jahr auf meinem ersten WhereCamp im Silicon Valley, direkt nach der Where 2.0 Konferenz, und ich fand die partizipative Natur der Veranstaltung großartig. Es ist eine unstrukturierte Konferenz, oder Unkonferenz, wie die jungen Leute sagen, die einen leeren Fahrplan hat den die Teilnehmer selber gestalten, indem sie Sitzungen oder Lightning Talks veranstalten. Wie der Name schon sagt geht es um Geografie, Orts- und Ortungstechnologien. Als Geografie-Geek hatte ich so viel Spaß, dass ich einfach das erste WhereCamp in der EU organisieren mußte.

Wen erwartest du auf der Veranstaltung?

Ich habe schwer daran gearbeitet ein große Bandbreite an Teilnehmern anzusprechen, ein schneller Blick auf die Ticket-Liste zeigt, dass über 13 verschiedene Länder vertreten sind, mit Leuten die verschiedene Hintergründe haben: Regierung, Web 2.0 Start-ups, nationale Kartografieinstitutionen, OpenStreetMap Leute, Akademiker, Blogger und natürlich ihr von Nestoria.

Du sagst von dir selber, dass du leidenschaftlicher "Neogeograf" bist. Was ist Neogeografie und was ist so spannend daran?

Neogeografie beschäftigt sich mit kollaborativer Kartografie, Karten die von Leuten generiert werden und so die Grenze zwischen Kartneersteller und Kartennutzer verschwinden lassen. Ich interessiere mich sehr für die Möglichkeiten einer erweiterten Demokratie die entstehen, wenn Menschen mehr über ihr Umfeld erfahren und an wichtigen Entscheidungen teilhaben können. Bei ITO World arbeiten wir daran komplexe Transportnetzwerke zu visualisieren, so dass Gemeinschaften sehen können wie Planungsentscheidungen sie betreffen. In meiner eigenen Gegend z.B., Clapton, haben Anwohner diesen Monat eine neue geplante Wohnsiedlung abgelehnt, teilweise wegen dem Mangel an Planung in Bezug auf Transport: Residents continue fight to save Clapton Tram Sheds (englisch).

Was ist für dich die interessanteste Entwicklung  der letzten Jahre in Bezug auf Internet Technologien?

Im Moment interessiere ich mich vor allem dafür, wie Menschen mit Technologie interagieren. Ich habe mich zu lange auf Technologie konzentriert und ich versuche einen Schritt zurück zu gehen und mich mehr mit Nutzerinteraktion zu beschäftigten. Ich glaube der Touchscreen ist etwas das die IT-/Internetnutzung immer weiter vorantreiben wird, es ist ein natürliches Interface das es vorher so noch nicht gegeben hat. Der größte Coup den Apple gelandet hat, war es die Leute davon zu überzeugen, dass das iPhone kein Computer ist, sondern ein Mobiltelefon. Ich erwarte in Zukunft viel mehr eingebettete Touchscreen Geräte an allen möglichen neuen Orten zu sehen.

Worauf wartest du noch, was ist eine Applikation, ein Service etc. die du dir für die Zukunft wünschst?

WhereOnEarthIsMyBus.com

Vielen Dank für das Interview, Chris! Wir freuen uns schon sehr auf das WhereCampEU, das wir u.a. zusammen mit anderen, weniger bekannten Suchmaschinen wie Google, Bing und Yahoo! als Sponsoren unterstützen.

*aus dem engl. übersetzt, Original bei Nestoria Blog UK

Abgelegt unter  //  interview  
Comments (0)
Posted
by Nestoria Deutschland 

Interview mit Yule Schmidt, Internationalisierungsspezialistin bei Twitter

Unser Interview für den Februar haben wir mit Yule Schmidt geführt, die die deutsche Übersetzung von Twitter, die vor kurzem live gegangen ist, koordiniert hat. Zusammen mit vielen anderen Twitter-Nutzern habe auch ich dabei geholfen die Seite zu übersetzen.



Hallo Yule. Du arbeitest bei Twitter und warst u.a. für die deutsche Übersetzung der Seite zuständig. Kannst du kurz erklären was du genau bei Twitter so machst?

Ursprünglich wurde ich als Inter- nationalisierungsspezialistin für Deutsch angestellt. Mein Job bestand darin, die Übersetzung der Plattform durch unsere Übersetzer zu koordinieren, sowie einige Dokumente, wie die AGB und Datenschutz- bestimmungen selbst zu übersetzen (wir wollten unsere Übersetzer nicht mit so langen, komplizierten Seiten verschrecken!). Jetzt bin ich hauptsächlich für den Unterhalt der Webseite, sowie die Übersetzung der Hilfsartikel verantwortlich. Ich antworte auch auf alle Hilfsanfragen von deutschen Benutzern. Zur gleichen Zeit arbeiten die anderen Übersetzer und ich immer noch mit den Technikern, um den Übersetzungsprozess für künftige Sprachen mit einem verbesserten Übersetzungs-Tool zu vereinfachen.

Die Übersetzungen in die verschiedenen Sprachen wurden crowdsourced, d.h. mit Hilfe der Nutzer erstellt. Wieso habt ihr euch dafür entschieden, statt professionelle Übersetzer anzuheuern?

Erstens wollten wir die Ideen unserer Benutzer unbedingt in unsere Übersetzung integrieren – es sind letzten Endes die Benutzer, die die Plattform benutze. Durch die Debatten im Übersetzungsforum hatte ich ein bißchen Einblick in die Wünsche der Benutzer bekommen – natürlich konnte ich nicht jeden Wunsch erfüllen, aber ich habe versucht, einen Mittelgrund zu erreichen. Ursprünglich wollte ich unbedingt das Wort “Follower” übersetzen – ich dachte, eine Übersetzung wäre tausend Mal besser als das Englische Wort. Aber im Forum (und auch im Tool - denn ich konnte sehen wie viele Leute eine bestimmte Übersetzung gewählt haben) habe ich schnell gemerkt, dass die Benutzer lieber das englische Wort beibehalten wollten, also heißt es heute immer noch "Follower".

Zweitens wollten wir nicht nur die Webseite ins Deutsche (und Französische, Italienische und Spanische) übersetzen, wir wollten ein wirksames Übersetzungs-Tool entwickeln, das wir für künftige Sprachen benutzen können. Twitter ist jetzt in fünf Sprachen außer Englisch verfügbar, aber für jede Übersetzung hatten wir interne Übersetzungshilfen. Der Übersetzungsleiter(in) für jede Sprache hat alle Übersetzungen überprüft und bearbeitet. Hoffentlich ist unsere Übersetzungsplattform bald für hundert Sprachen verfügbar, aber wir können einen derartig intensiven Übersetzungsprozess nicht für alle künftige Sprachen  beibehalten. Stattdessen wollen wir das Tool einfach perfektionieren. Dann können Leute überall auf der Welt die Plattform in ihre Sprache übersetzen, ohne dass sie unsere Steuerung brauchen.

Wie ist das Projekt gelaufen, glaubst du, dass ihr im nachhinein wieder dieselbe Entscheidung treffen würdet?

Meinerseits war das Projekt wirklich fantastisch; eine tolle Erfahrung.  Natürlich war der ganze Prozess nicht perfekt, aber die FIGS Sprachen waren ja unsere ersten Übersetzungsversuche mit dem Übersetzungs-Tool. Die einzige Sache, die ich in der Zukunft ändern würde, ist die Leistungsanerkennung für  unsere Helfer (also die Benutzer). Wie schon gesagt, habe ich die AGB und Datenschutzbestimmungen alleine übersetzt, weil wir fürchteten, es sei zu mühsam für die Benutzer: Die Übersetzung sollte Spaß machen  und nicht belastend sein. Hoffentlich können wir für die Übersetzer ein bißchen mehr anbieten als ein Abzeichen auf ihrer Profilseite, damit sie uns auch mit solchen Dokumenten helfen werden.

Aber wenn Du gemeint hast, ob ich persönlich die gleichen Übersetzungen wählen würde, kann ich ehrlich “Ja” sagen. Direkt nach dem Start der deutschen Seite dachte ich, dass ich einen furchtbaren Fehler mit meinen Übersetzungsauswahlen gemacht habe, denn ich habe ziemlich viel negatives Feedback von den Übersetzern bekommen. Aber jetzt, da unser User-Basis sich schwer vegrößert und verbreitet hat, beklagen sich Leute viel weniger darüber. Vielleicht hätte ich mich für einige andere Übersetzungen entscheiden sollen, aber ich glaube wirklich, dass die deutsche Plattform ziemlich gut aussieht.

Die Diskussionen unter den Übersetzern waren ja mitunter sehr leidenschaftlich – wie ist denn das Feedback von den deutschen Twitter-Nutzern? Das Feedback von neuen Twitterern war überwältigend positiv. Ich freue mich riesig, wenn ich positive Erwähnungen von @twitter_de sehe. Du hast aber Recht, dass die Debatten im Forum manchmal ein bißchen aus dem Rahmen fielen. Ich habe viele negative E-Mails wegen der “Du”-Entscheidung erhalten – ich werde immer noch von “Du”-Alpträumen geplagt! Aber andererseits fand ich es eigentlich toll, mit wie viel Leidenschaft die Benutzer sich dem Projekt gewidmet haben. Hoffentlich twittern sie immer noch so, trotz der Übersetzungsentscheidungen. :-)

Was ist für dich die interessanteste Entwicklung im Internet in den letzten Jahren und was müsste noch erfunden/verbessert werden? Ich bin wirklich vom Echtszeitsinformation-Phänomen angetan,Twitter natürlich eingeschlossen. Es ist erstaunlich, dass man jetzt Informationen erhalten kann mit irgendeinem Apparat, überall auf der Welt und zur gleichen Sekunde, in der es geschieht. Es ist, als ob die ganze Welt auf einmal miteinander kommuniziert. Das finde ich großartig und sehr ermächtigend. Zum Beispiel wird Twitter schon von dem United States Geological Survey (USGS) eingesetzt, weil sie durch Twitter-Benutzer schneller als mit einem Seismographen feststellen können,  wo ein Erdbeben passiert ist und wie stark es war – Leute twittern darüber in dem Moment, in dem es passiert. Das ist der Aspekt von Echtszeitkommunikation, den  ich wirklich aufregend finde – die Technologie ist zwar hervorragend und wir stellen eine tolle Plattform zur Verfügung, aber es sind die Benutzer, die die Inhalte beitragen.

Aber die Ära der Echtzeitkommunikation fängt ja erst an. Zwar steht jetzt viel Information zur Verfügung, aber es ist, meiner Meinung nach, immer noch viel zu viel – eine Informationswelle. Echtszeitskommunikationsanbieter wie Twitter müssen wirklich hart daran arbeiten, irgendwelche Filter zu entwickeln, um den Benutzer einige Einschränkungsmöglichkeiten anzubieten. Sonst ersaufen wir einfach alle in einer Informationsflut. Man kann ja nur so viele Tweets auf einmal verarbeiten . :-)

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg noch bei der Internationalisierung von Twitter! Nestoria findet man bei Twitter übrigens unter @nestoria.

Abgelegt unter  //  interview  
Comments (0)
Posted
by Nestoria Deutschland 

Interview mit Josh Devins, Nokia

Ich freue mich hier in unserem Blog ein Interview mit Josh Devins von Nokia präsentieren zu dürfen. Er ist Software Architekt in Nokias Map and Explore Gruppe, die unter anderem für Ovi Maps zuständig ist. Das Interview wurde ursprünglich auf English in unserem Nestoria UK Blog veröffentlicht, ich habe es übersetzt. Die Mobilbranche ist eine der am schnellsten wachsenden der letzten Zeit, umso mehr freuen wir uns, dass unser erster Interviewgast des Jahres jemand ist, der bei einem der größten Unternehmen in Bereich arbeitet.

Josh ist seit 2008 bei Nokia Berlin, vorher arbeitete er in Vancouver, Kanada in einer Reihe von Internetfirmen. Er hat einen Abschluss in Computer Sciences der Simon Fraser University in Burnaby, Kanada. Nokia Berlin konzentriert sich vor allem auf lokalisierte Dienste.

Josh, schön dass wir die Chance haben, mit dir über die Innovationen bei Nokia zu sprechen.

1. In den letzten Jahren ist Nokia stark in den Bereich der Kartographie vorgestoßen - der Kauf von Navtaq, der Start von Ovi Maps - und sich im Grunde vom Image der traditionellen Handyfirma gelöst. Erzähl uns ein bisschen was über die Entwicklung.

Vor ungefähr zwei Jahren kreierte Nokia das Dienstleistungs Unit, das Kunden zusätzliche Vorteile bieten sollte. Der Schritt vom führenden Handyhersteller zum Dienstleister ist natürlich eine großer, doch Nokia ist eine Firma die daran wächst sich neu zu erfinden. Es gab eine Zeit, in der Nokia Gummistiefel hergestellt hat, die Firma weiß also das ein oder andere über Veränderung. Der Ankauf von Navteq und der Vorstoß in den Bereich Kartographie sind Reaktionen auf die Rolle, die mobile Geräte allmählich im Alltag der Leute einnehmen. Das Gerät wird immer mehr zu einem Tor zu einer viel größeren Welt und wir arbeiten hart daran, ganz vorne dabei zu sein wo die virtuelle Welt auf die physische Welt trifft. Kartographie und Ortung im allgemeinen sind eigentlich die ultimative Manifestation einer Person in ihrer Welt. Es geht darum Geräte, Mobilität und Beziehungen zurück in die physische Welt der Menschen zu holen.

2. Wir haben dich vor kurzem beim ersten Scale Camp in Großbritannien sprechen hören. Du erwähntest, dass einer der schwersten Aspekte beim bauen von Ovi Maps nicht technischer Natur ist, sondern eher mit der internen Umstellung auf eine neue Arbeitsweise zusammenhängt. Kannst du das ausführen?

Während es natürlich definitiv viele komplizierte technische Hürden gibt ist eines der ersten Dinge die Leute an unserer Gruppe auffällt, dass wir sehr untypisch für einen Gerätehersteller sind. Wir versuchen unseren Laden mit Agile und Scrum Teams zu führen, mit einer sehr flachen Hierarchie und Offenheit sowohl gegenüber dem Rest von Nokia als auch in Bezug auf die Entwicklergemeinschaft als Ganzes. Als eine der jüngsten "Server Side" Gruppen bei Nokia gehen wir die Situation an, indem wir versuchen,  als gutes Beispiel voranzugehen. Traditionell verlangt der Herstellungsprozess für die Geräte ein hohes Maß an sehr strengen Kontrollen, Prozessen, Planung, Investition und Voraussicht. Auf Seite der Dienstleister müssen wir denselben genauen Ansprüchen gerecht werden, aber auch in der Welt der Internetgeschwindigkeit, häufigen Releases und Lieferung von Funktionalitäten leben. Diese Art von Verschiebung passiert organisch, von innen nach aussen. Aber weil wir sind wer wir sind ist es auch sehr wichtig, dass wir Teams und Funktionalität schnell skalieren. Diese manchmal gegensätzlichen Kräfte stellen sich als große organisatorische Herausforderung heraus, es ist schwierig die richtige Balance zu finden.

3. Vor ein paar Monaten hat Nokia das ebenfalls in London basierte Start-Up Dopplr gekauft, das sich auch mit Geographie beschäftigt, und einige Mitglieder des Teams stoßen jetzt zum OviMaps Projekt hinzu. Kannst du uns irgendwelche Details verraten? Was ich sagen kann ist, dass wir uns sehr darüber freuen, dass dieses talentierte Team zu uns stößt! Ich habe mit einigen von ihnen in den letzten Monaten täglich zusammengearbeitet, und sie stecken voller großartiger Ideen. Kleine Firmen wie diese zu kaufen, die aus solchen erfinderischen und offenen Menschen bestehen, bringt eine sehr wertvolle und frische Perspektive in unsere Arbeit. Natürlich versuchen wir diese Talente so gut wie möglich einzusetzen. Sie nach Berlin zu locken war auch ziemlich einfach!

4. Eine Sache die wir hier im Blog oft erwähnen, worüber wir aber trotzdem immer wieder erstaunt sind, ist die phenomenale Geschwindigkeit in der sich die Online-Kartografie entwickelt. Google Maps, Bing, Cloudmade, OpenStreetMap und jetzt Ovi - Nutzern und Entwicklern steht immer mehr Auswahl zu Verfügung. Was glaubst was in den nächsten Jahren noch so passieren wird?

Ich glaube wir erleben grade nur die Spitze des Eisbergs und es gibt zwei Dinge die ich für wegweisend halte. Zunächst, es gibt eine derartig phenomenale Menge an Information da draußen, von der keiner weiß, was er damit anfangen soll.  Von Adressen, POI-Daten, Reise und Routen bis hin zu sozialen Kontexten und "community commentary". Manche Produkte wählen die Wühlkisten herangehensweise und schmeißen dem Nutzer einfach alles hin und lassen ihn selber aussortieren. Der Erwerb von Navteq hat uns wirklich in das Informations-Wettrennen katapultiert, wir haben die Möglichkeit sehr eng mit einer Firma zusammenzuarbeiten, die Menschen vor Ort hat, die POI verifizieren können und sehr genaue Daten liefern. Was Kartografie auf dem Gerät angeht sind Einfachheit und Genauigkeit am wichtigsten. Wenn wir Dienste erschaffen können, die dem Konsumenten die genaueste Information bieten können dann werden wir der erste Ansprechpartner auf dem Gerät. Mit offenen API für Geräte und Dienste glauben wir, dass wir die nutzbarsten Ortsinformationen bauen und verbreiten können und ein ortszentriertes Ökosystem drumherum aufbauen können. Der zweite Punkt ist meiner Meinung nach Entdeckung. Wir haben relativ klare traditionelle Arten Orte auf der Welt zu finden - Adressen, Geokoordinaten, Regionen etc. - aber die Leute brauchen mehr. Sei es "finde interessante neue Orte die mir gefallen könnten" oder Spiele die auf Lokalisierung basieren, wir müssen einen Weg finden den Spaß und das Abenteuer zurück ins Entdecken von neuen Orten zu bringen. Dienste wir Dopplr geben Leuten einen Anreiz hinaus zu gehen, ihr Leben zu teilen und die Welt zu erforschen, um neue Orte zu entdecken. Wir tun unser Bestes diese Ideen weiterzuführen und auf ihnen aufzubauen, um den Leuten etwas zu geben das wertvoll ist und gleichzeitig Spaß macht.

Danke Josh - es freut uns zu sehen, dass ein weiteres Schwergewicht auf dem Markt die Online-Kartografie weiterentwickelt. Um mehr zu erfahren folgen Sie Josh auf Twitter @joshdevins.

Abgelegt unter  //  interview  
Comments (0)
Posted
by Nestoria Deutschland 

Nestoria Rückblick 2009 - Teil 2: Die Interviews

Na, wieviele Jahresrückblicke haben Sie heute schon gesehen? In der Zeitung, im Fernsehen, im  Radio und jetzt auch im Nestoria Blog gibt es sie: Die Jahresrückblicke 2009. Letzten Freitag gab es Teil 1 des Nestoria Jahresrückblicks mit Infos zu den Neuerungen 2009 an der Seite Nestoria.de. Heute geht es weiter: Wir werfen einen Blick auf die Interviewserie im Nestoria Blog.

Eigentlich lautet der Plan, jeden Monat ein Interview zu veröffentlichen. In diesem Jahr wollten nicht ganz so viele Leute ans Nestoria-Mikrofon, deshalb gab es nur neun Stück. Und hier sind Highlights:

Januar: Andy Allan von OpenCycleMap

Kurz zusammengefasst: Andy Allan ist einer der ersten, die OpenStreetMap Daten genutzt haben, um spezielle themenbezogene Karten zu erstellen. Die OpenCycleMap ist eine Landkarte speziell für Radfahrer. Die Autobahn ist dort eher klein eingezeichnet, der Radweg durch den Stadtpark dafür umso größer. Die Nutzer rannten Andy von Anfang an "die Bude ein" und Andy berichtete von den Herausforderungen, ein solch großes Projekt zu stemmen. Außerdem empfiehlt er uns, die OpenStreetMap Karten auf Ergebnisseiten zu verwenden.

Bester Satz: "Es wäre toll, wenn man bei euch auch…" - Andy über den statistisch häufigsten Satzanfang für Nutzerfeedback.

April: Lance Johnson von Nokia Interactive Advertising

Kurz zusammengefasst: Lance Johnson berichtet über neue Entwicklungen bei Nokia. Unter anderem spricht er vom neuen Ovi und der Zusammenarbeit mit dem neu eingekauften Töchterchen NAVTEC. Interessant finden wir vor allem seine Äußerungen über die Zukunft der Werbung.

Bester Satz: "Wir haben in einer Welt gelebt, wo die Menge an Störungen von verschiedenen Medien beständig gewachsen ist."

Mai: Olaf Hannemann von OpenSeaMap.org

Kurz zusammengefasst: OpenStreetMap kartografiert die Kontinente in frei zugänglicher Art, aber wer befreit die Ozeane von den sehr teuren kommerziellen Seekarten? Salzbuckel Olaf Hannemann mit dem von ihm gestarteten Projekt OpenSeaMap.org kümmet sich genau darum. Im Mai stand das Projekt noch ganz am Anfang: Zum Beispiel musste erstmal überlegt werden, wie die ziemlich komplexen Seezeichen überhaupt erfasst werden können. Wenn das dann aber einmal erledigt ist, stehen der OpenSeaMap keine Grenzen. Von Hafenhandbüchern bis hin zum Handbuch "Schöne Törns" fallen Olaf da eine ganze Reihe potentieller Anwendungen ein.

Bester Satz: "Sobald Sie mit einem Schiff auf dem Meer unterwegs sind, werden sie feststellen, dass das Meer nicht nur blau und flach ist." PS: Ein Salzbuckel ist, so lehrte uns Herr Hannemann im Mai, das Pendant zur Landratte.

Juni: Christian Heilmann von Yahoo!

Kurz zusammengefasst: Christian Heilmann meint, in Deutschland wäre er arbeitslos. Zum Glück wohnt er in London und ist "International Developer Evangelist" bei Yahoo!  Auf die Frage, welche Entwicklungen und Technologien er besonders spannend findet, antwortet Christian: Firbug, YSlow, Dragonfly, YUI, jQuery, Dojo, Prototype, YUI Grids, 960, Blueprint, Pipes, YQL, Gnip, S3, EC2, HTML5, Aria und JSON. Etwas allgemeinverständlicher redet Christian auch darüber, dass er es nicht gut findet, dass in Deutschland immer wieder Abklatsche amerikanischer Websites produziert werden anstelle eigene Ideen zu entwickeln. Außerdem erklärt er uns die Sache mit "The Hair of Christian Heilmann".

Bester Satz: "Mein Job ist es, mit Entwicklern zu kommunizieren. Das ist schwieriger als man denkt" Als Blogger im Nestoriabüro, weiß ich wovon er da redet...

Juli: Carsten Germann von Immobild

Kurz zusammengefasst: Carsten Germann ist Chefredakteur beim Blog ImmoBild. Mit ihm sprachen wir unter anderem über die ImmoStudie 2009, die gezeigt hat, dass das Internet als Vermarktungskanal für Immobilien noch wichtiger geworden ist. Carsten geht sogar soweit zu sage, dass der deutsche Onlinemarkt für Immobilien aus der Wirtschaftskrise als Gewinner hervorgehen kann.

Bester Satz: "Das Internet, so zeigt es u. a. die ImmoStudie 2009, hat seine Vormachtstellung im Vergleich zum Vorjahr noch weiter ausbauen können" (zum Thema Internet als Vermarktunkskanal für Immobilien)

August: Victor Henning von Mendeley

Kurz zusammengefasst: Mendeley will das last.fm für akademische Veröffentlichungen werden. Akademische Veröffentlichungen? Genau. Wissenschaftler sind ständig am lesen und zitieren - blos leider gab es dafür bis vor kurzem keine gute Software. Mendeley füllt diese Lücke und ist dabei sehr erfolgreich. Einige Monate nach unserem Interview berichtete Techcrunch, dass Mendeley bald die weltweit größte Datenbank für wissenschaftliche Veröffentlichungen sein wird. Auch außerhalb der Wissenschaft hat Victor große Pläne. Zum Beispiel einen Kochlöffel mit eingebauter Zunge und Zutaten-Recommendation-Engine.

Bester Satz: "Die bestehenden Tools waren derart altbacken, dass man fast dachte, man müsste sie mit Lochkarten füttern." - Da kann der Autor dieses Jahresrückblicks nur zustimmen. Der ist nämlich nicht nur Blogautor sondern auch Doktorand und kann sich ein Leben ohne Mendeley gar nicht mehr vorstellen!

September: Klaus Bechthold von GPSies

Kurz zusammengefasst: Im September bietet sich dem Blog-Leser eine Geschäftsidee. Warum nicht die Seite www.gpsies.de anteilig kaufen? Wir sprachen mit Klaus Bechthold, der die sehr populäre Webseite für GPS-Pfade von und für Outdoorsportler gebaut hat und ständig weiterentwickelt - als Hobby! Klaus plaudert ein wenig aus dem Nähkästchen über die Anfänge seines Projekts, das Zusammenwachsen verschiedenster Dienste als Mashups und seinem neuem Steckenpferd, der Entwicklung von Apps für Google Android.

Bester Satz: "Ich liebe OpenStreetMap"

Oktober: Andreas Bogen von Opportuno

Kurz zusammengefasst: Opportuna macht für Stellenanzeigen das, was Nestoria für Immobilieninserate macht: Suchen, sortieren und dann praktisch und einfach zugänglich machen. Das ganze enstand aus einem Hobbyprojekt und ist auf eine vertikale Suchmaschine mit beachtlichen 1500 Datenquellen angewachsen. Außerdem befragten wir Andreas zu Quantität vs. Darstellung, Microhoo vs. Google sowie Deutschland vs. Silicon Valley.

Bester Satz: "Die Qualität der Datenbank ist dabei nicht zu verwechseln mit der Quantität." - Sehr schön gesagt, das können wir hier bei Nestoria nur unterschreiben. Denn wem nützen 2 Mio. Einträge, wenn 1 Mio. davon Duplikate sind?

November: Kai Bösel von motoso.de

Kurz zusammengefasst: motoso.de startete als Internet-Marktplatz für Autoteile und deckt nunmehr auch Neu- und Gebrauchtwagen ab. Auch Dank drei großen Verlagen als Investoren ist ein wichtiger Teil des Geschäfts die Integration von Online to Print Angeboten. Nach der Community "motoZone", einem Blog sowie Präsenz auf Facebook und Twitter überlegt Kai Bösel nun, wie er ein Facebook-Spiel zur Vermarktung einsetzen kann, "ohne sich gleich als Kommerz-Bude eine blutige Nase bei den Usern zu holen".

Bester Satz: "Ehrlich gesagt sind für mich derzeit die vielen kleinen Spiele wie Farmville oder Mafia Wars auf Facebook eine interessante aber auch durchaus fragwürdige Entwicklung."

Das war sie, die Interviewserie im deutschen Nestoria Blog. Natürlich gab es auch in den anderssprachigen Blogs von Nestoria. Zum Beispiel kann man im englischen Blog nachlesen, warum ein Reiseportal für homosexuelle Engländer eine gute Geschäftsidee ist.

Abgelegt unter  //  interview  
Comments (0)
Posted
by Nestoria Deutschland 

Interview mit Kai Bösel von motoso.de

Auch im November gibt es wie immer ein Interview. Wir haben diesen Monat Kai Bösel vom Internet-Marktplatz motoso.de ein paar Fragen gestellt.

1. Bei motoso.de geht es um alles rund um's Auto. Bitte erklär unseren Lesern doch kurz was sie bei motoso erwartet.

motoso.de ist ein Marktplatz für Neu- und Gebrauchtwagen, Ersatzteile, Zubehör und Kfz-Service. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, die zentrale Anlaufstelle für alle Belange des "mobilen" Lebens zu sein und jedem Interessierten und Suchenden weiterzuhelfen, indem wir Angebot und Nachfrage zusammenführen.

Über unsere teilnehmenden Autohändler, Kfz-Werkstätten, Autoverwerter und Online-Shops bieten wir derzeit über 250.000 Fahrzeuge, über 5 Mio. neue und gebrauchte Ersatzteile, Zubehör und Tuning-Artikel sowie über 3000 gelistete Werkstattpartner.

Und eine Prise "Benzin im Blut" gibt es bei uns auch: In unserer Community "motoZone" betreiben wir einen Blog und es finden immer wieder spannende Aktionen und Promotions statt.

2. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, einen Internet-Marktplatz mit dem Schwerpunkt Auto zu gründen? Seid ihr selber Autobastler oder Tuner?

Mein Gründungskollege Felix Jung und ich haben uns während unser gemeinsamen Zeit bei mobile.de kennengelernt. Dort haben wir viel mit Internet-Autothemen zu tun gehabt und bemerkt, dass es fast ausschließlich Plattformen und Marktplätze für Fahrzeuge gibt. Aus dem Grund sind wir 2004 mit motoso.de als erstem Internet-Marktplatz für Autoteile und Zubehör gestartet. 2006 haben wir den Bereich "Werkstatt & Reparaturen" ergänzt und erst Mitte 2008 kam durch die Übernahme des Portals autoanzeigen.de das Thema "Fahrzeuge" hinzu. Schrauben selbst tun wir nicht - obwohl auch unsere eigenen Fahrzeuge (Chevy Van G10 Bj.'88, Mini Cooper Bj.'91 und Alfa Spider Bj.'91)  recht viel Hilfe benötigen. Aber immerhin wissen wir durch unseren Job, wen wir um Hilfe bitten können.

3. Wie wichtig ist Web 2.0. für euch? Nutzt ihr soziale Netzwerke für eure Seite?

Unser erster Schritt in's Web 2.0 war unser eigener Blog unter motoblog.de, den wir mittlerweile auf unserem Marktplatz motoso.de eingegliedert haben. Dort haben wir von unseren Messeauftritten, Motorsport-Events und aus der automobilen Szene berichtet . Seit 2008 verlängern wir diese Themen auch in unsere Facebook-Fanpage und unseren Twitter-Account. Auch wenn unsere heavy-User nicht unbedingt diese Kanäle noch nicht massiv nutzen, wollen wir hier "early bird" sein und die Interaktion mit unseren Nutzern suchen. Außerdem können wir uns so als ehrliche, glaubwürdige und sympathische Marke positionieren, die weiss, was "automobil" abgeht. Aktuell haben wir in unserer Rubrik "motoVIP" gerade 10 charmante Fragen rund um's Auto von der aktuellen Miss Tuning beantworten lassen. Insofern lohnt sich der Besuch der Website auch dann immer mal wieder, wenn man gerade kein Fahrzeug oder Autoteil sucht oder verkaufen möchte.

4. Was sind für dich die interessantesten Entwicklungen oder Applikationen momentan im Internet? Was fehlt dir, was muss noch erfunden werden?

Ehrlich gesagt sind für mich derzeit die vielen kleinen Spiele wie Farmville oder Mafia Wars auf Facebook eine interessante aber auch durchaus fragwürdige Entwicklung. Ich habe mich bisher noch nicht für so eine Geschichte angemeldet, weil das aus meiner Sicht schlicht Zeitverschwendung ist. Trotzdem gibt es derzeit nichts, was sich vergleichbar schnell entwickelt und User intensiv bindet. Daher muss ich vielleicht mal drüber nachdenken, wie man sowas für motoso.de nutzen kann, ohne sich gleich als Kommerz-Bude eine blutige Nase bei den Usern zu holen.

5. Was sind eure Pläne für die Zukunft, in welche Richtung habt ihr vor euch zu entwickeln?

Unsere Investoren sind die 3 großen Tageszeitungsverlage WAZ, Holtzbrinck und Ippen, daher haben wir eine enge Zusammenarbeit mit über 100 Tageszeitungen in Deutschland. Mit Hilfe dieser Zeitungen haben wir vor, on- und offline starke regionale Marktplätze zu etablieren. Zwar ist der Wettbewerb der Online-Fahrzeugbörsen groß, aber wir schließen die Lücke zu Print durch die starke Verbindung mit den Tageszeitungen. Darüber hinaus bieten wir eine umfassende O2P-Technik (Online to Print), mit der Inserate aus unserer Börse direkt in die Tageszeitungen eingebucht werden können. Diese Tools und Partnerschaften werden wir 2010 ausbauen und vertiefen. Darüber hinaus entwickeln wir neue hilfreiche Tools wie unsere Werkstattsuche, eMail-Suchaufträge, Werkstattbewertungen etc.

Zum Glück ist das Thema "Auto" krisensicher und immer ein Top-Thema aller Menschen, denn jeder möchte zu jedem Zeitpunkt seine Mobilität möglichst kostengünstig erhalten. Und bei wem es für einen Neu- oder Gebrauchtwagen nicht reicht, der kann sein aktuelles Fahrzeug mit Hilfe unserer Teile oder Werkstätten auf der Straße halten.

Vielen Dank für das Interview und auch in Zukunft noch viel Erfolg mit motoso.de!

Abgelegt unter  //  interview  
Comments (0)
Posted
by Nestoria Deutschland