Interview mit Tobias Hallermann von komoot

Unser Interview des Monats haben wir diesmal mit Tobias Hallermann von komoot, einem Service für Tourenplanung, geführt.

Wortbildmarke-line-black

 

Hi Tobias. Kannst du unseren Lesern bitte kurz erklären was komoot ist und wofür sie es nutzen können?

Komoot ist ein intelligentes Planungssystem für Menschen, die gerne draußen sind. Praktisch für alle, die Outdoor-Erlebnisse lieben. Wir sind die ersten, die Touren nach den persönlichen Wünschen unserer User berechnen und vorschlagen.

Dazu kann man unter www.komoot.de einfach seinen gewünschten Startpunkt angeben, Sportart, Kondition und weitere Parameter festlegen und die gewünschte Dauer für die Wanderung, Mountainbike-, Fahrrad- oder Bergtour angeben und komoot berechnet verschiedene Vorschläge.

Die Touren können dann weiter angepasst werden durch Highlights auf der Strecke ergänzt werden. Ob Gipfelerlebnis, Picknick im Grünen oder Apfelkuchen in der Stadt. Der User gibt an, was für Erlebnisse er entdecken will und komoot zeigt ihm, wo er sie finden kann.

Mit der iPhone und Android App kann der User die Tour dann mitnehmen und sogar unterwegs noch umplanen.

(download)

 

Stand für euch von vornherein fest, dass ihr Open Street Map verwenden wollt oder gab es auch Überlegungen einen anderen Kartendienst zu benutzen? Worin seht ihr die Vor- und eventuell auch Nachteile bei Open Street Map?

Wir haben OpenStreetMap natürlich zunächst mit anderen Anbietern verglichen. In vielen Bereichen bietet OSM schon jetzt die besten Informationen. Außerdem glauben wir an den Open Source.

Komoot setzt deshalb schon von Anfang an auf OpenStreetMap als eine der größten Datenquellen. Gemeinsam mit Daten und Informationen weiterer Dienste und unserer Partner generieren wir unsere eigenen Outdoor-Karten und die Millionen von Datensätzen für unser Routing. So können wir die individuellen Vorschläge für Freizeit-Erlebnisse berechnen.

Alle Vorteile aufzulisten, würde vielleicht den Rahmen sprengen. Freie, hochwertige Geo- Daten, ständige Erweiterungen und Aktualisierungen durch eine riesige Community, ...

Manchmal merken wir allerdings, dass Nutzer oder Partner noch nicht das volle Vertrauen in OpenStreetMap hab. Andere Karten genießen gelegentlich höheres Ansehen, obwohl sie häufig veralteter sind oder weniger Informationen mitbringen. Das ist wohl der einzige Nachteil.

 

Gibt es Feedback von der Community zu eurem Produkt?

Wir sind die ersten, die in dieser Form eine Tourenplanung für's Fahrrad, Mountainbike und Wandern anbieten und sind dort auch den großen Anbietern ein Stück voraus. Viele aus der Community freuen sich darüber, dass es unsere Service gibt, der so viel aus den vorhandenen Informationen raus holt und gleichzeitig sehr benutzerfreundlich ist.

Umgekehrt arbeiten wir daran, die Community zu unterstützen. Wir erarbeiten dafür grade ein Konzept, um dies möglichst effizient und einfach zu gestalten um so den größten Mehrwert für das Projekt und seine Nutzer zu schaffen.

 

Zu guter letzte eine eher allgemeine Frage: Was ist für dich im Moment die spannendste Entwicklung im Internet, und wo siehst du noch Verbesserungsbedarf?

Da komoot Vorschläge für die Freizeit berechnet interessiere ich mich natürlich sehr für das Thema Recomendation. In einigen Bereichen gibt es schon spannende Dienste, beispielsweise für Musik. Komoot macht im Bereich Geodaten einen großen Schritt weg von der Suche einzelner, verstreuter Informationen hin zu einem intelligenten Empfehlungsdienst für Ausflugsziele und Touren.

Der Trend weg von der allgemeinen Suche hin zur Personalisierung. Recommendation Engines bieten viele neue Herausforderungen und Chancen. Ich finde es sehr spannend, welche technischen Lösungen es zukünftig geben wird, welche Rolle soziale Netzwerke dabei spielen werden und wie neue Dienste und Produkte aussehen können.

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg noch mit komoot!

Abgelegt unter  //  OSM   interview  
Comments (0)
Posted by nomsa 

Interview mit Thomas Turnbull von Green Map

Wir haben hier im Blog vor einer Weile über Green Map berichtet, eine "offene Ökokarte". Meine Kollegin Kat vom Nestoria Australia Blog sprach vor kurzem mit Thomas Turnbull von Green Map. Hier die Übersetzung des Interviews:

Thomas ist Open Source Web-Entwickler in Brooklyn, New York. Er ist ausgebildeter Geograph und arbeitete für ein paar Jahre in Schottland, wo Menschen Menschen in Sachen Kompostierung weiterbildete, bevor er nach New York ging, um für Green Map zu arbeiten. Durch Green Map wurde er leidenschaftlich  Botschafter von Open Source Technologien und offener Kartographie. Er arbeitet momentan für Zagat, eine Restaurant-Bewertungs Webseite, und ist weiterhin im Vorstand von Green Map.

 

Danke für das Gespräch Thomas, kannst Du für diejenigen, die es noch nicht kennen, einen kurzen Überblick über das Green Map Projekt geben?

Green MPs ist eine gemeinnützige Firma die im Jahre 1995 gegründet wurde, um mit Gruppen auf der ganzen Welt daran zu arbeiten grüne Projekte in ihrer Gemeinde festzuhalten. Green Maps hat mit über 700 Communities in 55 Ländern eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten, wie Bike-Routen, Recycling Punkte, Parks und grüne Unternehmen auf der Karte verzeichnet. Kartographie war traditionell eine spezialisierte Fähigkeit. Green MPs arbeitet daran, es in einen Prozess zu verwandeln an dem sich jeder beteiligen kann. Kartographie ist eine wirklich große Möglichkeit für Menschen, ihr Umfeld zu verstehen und ein überraschend nützlicher Weg Verbesserungen in die Wege zu leiten.

 

Kannst du etwas über deine Arbeit speziell für Green Map erzählen?

Während ich bei Green Map arbeitete war ich Leiter der Entwicklung der Online-Mapping Plattform. Drupal hat tausende von Add-on Modulen um weitere Funktionen zu einer Webseite hinzuzufügen, z.B. editierbare Karten. Zu diesen Modulen habe ich damals viele Elemente hinzugefügt, um die Seite genau an unsere Bedürfnisse anzupassen, damit unsere Nutzer ihre Nachbarschaft einfach kartieren können.

Ich arbeite inzwischen woanders, bin aber immer noch im Vorstand, wo ich vor allem in Bezug auf Technologie eine beratende Funktion ausübe. Momentan sind eine mobile Seite und eine iPhone App in der Entwicklung.

 

Wir bei Nestoria sind große Fans von Open Source, kannst Du über deine eigenen Erfahrungen mit der Open Source Community sprechen?

Meine erster richtiger Kontakt mit Open Source war im Jahr 2007, als ich nach New York zog, um für Green Map zu arbeiten. Wir brauchten eine Webseite auf der all die verschiedenen Gruppen sich einloggen, die Karten-Werkzeuge nutzen, Ideen austauschen und ihre Karten veröffentlichen konnten. Es wurde beschlossen, für diesen Zweck Drupal zu nutzen. Drupal ist ein Open Source Content Management System, ein Werkzeug um interaktive communitybasierte Webseiten zu bauen. Als Freiberufler hatte ich an meinen eigenen Content Management Systemen gearbeitet, aber plötzlich stiess ich auf dieses Werkzeug, das von tausenden von Menschen, alle talentierter als ich, gebaut wurde. Als ich anfing mit Drupal zu arbeiten entdeckte ich, dass Drupal mehr als nur ein Stück offene Technik ist, es ist auch eine große Gemeinschaft von Menschen die Leidenschaft für den Code haben den sie schreiben und mehr Leute dazu kriegen wollen ihn zu verwenden. In den Jahren seither bin ich tief in diese Gemeinschaft eingetaucht, ich besuche monatliche Treffen, helfe  lokale Drupal Camps zu organisieren, die von über 300 Menschen besucht werden und vor kurzem habe ich bei der DrupalCon in Kopenhagen einen Vortrag gehalten. Der Der neue Slogan von Drupal erfasst, worum es geht: "Komm' für den Code, bleib' für die Community".

 

Kannst du Beispiele nennen, wo andere coole Dinge mit deinen Open Source Beträgen gemacht haben?

Es gibt viele fantastische Green Maps, die von verschiedenen Gruppen auf der ganzen Welt mit Hilfe der Mapping-Plattform, die ich für Green Map gebaut habe, erstellt worden sind. Zwei meiner Favoriten sind Baltimore und Kapstadt.

Baltimore_green_map

Derzeit kenne ich nur eine Gruppe in Australien, in Rosehill NSW.

 

Rose_hill_green_map

 

Es ist auch toll zu wissen, dass ich ein paar Zeilen Code geschrieben habe, die für die Webseite des Weißen Hauses verwendet werden.

 

Was sind einige der Karten die du erstellt hast und die auf dem Open Green Map zu sehen sind?

Einige der Green Maps decken ein breites Spektrum von Points of Interest ab, wie die Baltimore Karte. Andere konzentrieren sich auf etwas ganz Konkretes. Es gibt eine Karte von Clackmannanshire, der kleinsten Grafschaft in Schottland, die alle ehrenamtlichen Organisationen dort anzeigt. Es hat mich umgehauen zu sehen, wie viel auf einer so kleinen Fläche geschieht.

Interview-with-thomas-turnbull-from-green-map

Ein weiterer meiner Favoriten, da ich einen Hintergrund in der Kompostierung habe und in New York lebe, ist die NYC Kompost Karte.

 

Hast du eine Wunschliste von Dingen, die du gerne auf  Green Maps sehen würdest, für die es bisher nur noch nicht die Zeit oder die Technologie gibt?

Die größte Hürde für Green MPs ist die Finanzierung. Die letzten beiden Jahre waren sehr hart für nicht-gewinnbringende Projekte. Wir haben viele Ideen für neue Werkzeuge die wir gerne bauen würden, aber es ist schon schwierig die laufenden Kosten zu decken, geschweige denn neue Projekte zu starten.

 

Was denkst du über den aktuellen Trend Informationen an Karten darzustellen - glaubst du das ist die Zukunft? Vor allem online?

Der Erfolg des Smartphones in den letzten Jahren hat Ortung wirklich wichtig gemacht. Wenn ich heute Abend nach einem Platz zum essen suche ist es mir egal, ob er 200 Fünf-Sterne Rezensionen hat, wenn er auf der anderen Seite der Stadt ist. Wenn ich einen Ort suche um Batterien zu recyceln bin ich eher bereit einen Umweg zu machen, aber nicht wenn der Ort nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Die Projekte, die mich im Moment am meisten interessieren sind solche wie Yelp und Foursquare, die in der Lage sind Ort mit zeitkritischen Informationen und Interaktion der Nutzer zu kombinieren.

Wir lieben clevere Karten-Werkzeuge und Online Mashups  - hast du Empfehlungen für uns?

Ein Karten Mashup, das ich vor kurzem entdeckt habe ist eine Karte die Daten aus dem Transportplanungs-Paket von 2000 in den USA nutzt. Es zeigt Pendlermuster nach Postleitzahl sortiert auf einer Google Karte.

Commuters_map

Trulia ist eine US-amerikanische Immobiliensuche. Die machen einige erstaunliche Dinge mit Karten. Sie haben viele Daten und verwenden sie wirklich sinnvoll - zum Beispiel indem sie Nutzer nach Immobilien in bestimmten Stadtvierteln oder Postleitzahlenbereichen suchen lassen. Ihre Karte die Immobilienpreistrends auf der Karte überlagert zeigt ist beeindruckend.

Der Cloudmade-Editor ist auch erstaunlich. Damit kann man die Farben der Open Street Map Karten über eine sehr einfache Benutzeroberfläche anpassen.

 

Gibt es noch etwas das du hinzufügen möchtest?

Es gibt ein tolles Tutorial zum Thema Kartographie mit Drupal hier.

Für Menschen, die mehr über Drupal im allgemeinen erfahren möchten: finden Sie Ihr lokales Drupal-Treffen, oder gehen Sie zu http://drupal.org um die ersten Schritte zu lernen.

 

Vielen Dank für das Interview Thomas! Erfahren Sie mehr über Thomas auf seiner Webseite oder  auf Twitter.

 

Abgelegt unter  //  OSM   interview   karten  
Comment (1)
Posted by nomsa 

Nestoria Rückblick: Interviews 2010

Traditionell nutzen wir den Jahreswechsel um unsere Interviewserie noch einmal zu beleuchten und zu sehen, was wir im letzten Jahr wieder feines von unseren Interviewgästen gelernt haben. Auch 2010 hatten wir wieder einige interessante Kandidaten, an alle die sich bereiterklärt haben uns Rede und Antwort zu stehen nochmals vielen Dank!

 

Josh Devins, Nokia 

Worum geht's:

Josh Devins ist bei Nokia Software Architekt im Bereich Karten und arbeitet an Ovi Maps in Berlin. Das Interview wurde aus dem englischen übersetzt. Josh berichtete von den Herausforderungen für eine traditionelle Handyfirma wie Nokia in neue Bereich vorzustoßen. Er sieht die Zukunft des mobilen Marktes in der Schnittstelle zwischen realer und virtueller Welt, neue Wege Orte zu entdecken und die Welt zu erforschen stehen im Vordergrund.

Bester Satz:

Kartographie und Ortung im allgemeinen sind eigentlich die ultimative Manifestation einer Person in ihrer Welt. Es geht darum Geräte, Mobilität und Beziehungen zurück in die physische Welt der Menschen zu holen.

 

Yule Schmidt, Twitter

Worum geht's:

Yule Schmidt koordinierte als Internationalisierungsspezialistin die deutsche Übersetzung von Twitter. Der Hauptteil wurde von Twitter-Nutzern übersetzt, wobei ein extra für diesen Zweck gebautes Tool eine Art demokratische Übersetzung möglich machte. Ich habe damals auch mitgeholfen und durfte die Diskussionen um "Du", "du", "Folger", "Verfolger" etc. live miterleben... In diesem Interview erzählt Yule wie von der Arbeit an der Internationalisierung und wie das Endergebnis bei den deutschen Nutzern angekommen ist.

Bester Satz:

Ich habe viele negative E-Mails wegen der “Du”-Entscheidung erhalten – ich werde immer noch von “Du”-Alpträumen geplagt! 

 

Chris Osborne, Neogeograph 

Worum geht's:

Chris war Organisator der Londoner #geomob Treffen (inzwischen hat er sich zur Ruhe gesetzt und wir haben die Organisation übernommen) und arbeitet bei ITO World. Er hat 2010 das WhereCampEU in London auf die Beine gestellt. Im Interview erzählte er von den Anfängen der WhereCamp Idee in den USA und erklärte useren Lesern was Neogeographie ist.

Bester Satz:

Der größte Coup den Apple gelandet hat, war es die Leute davon zu überzeugen, dass das iPhone kein Computer ist, sondern ein Mobiltelefon.

 

Dirk Rumberg, WerWieWas.de 

Worum geht's:

Dirk Rumberg ist Geschäftsführer von WerWieWas.de. Die Seite ist ein "hyperlokales" Informationsportal, das auf lokale Experten setzt die kollaborativ Informationen über regionale Orte, Neuigkeiten, Geschäfte etc. sammeln. Seit diesem Jahr ist auch die Nestoria Immobiliensuche in die Seite eingebunden. In unserem Interview erklärt er wie dieses Konzept umgesetzt wird und was die Schnittstelle zwischen lokalen Informationen und Immobiliensuche ist.

Bester Satz:

WerWieWas.de ist die Dorfkneipe des Internetzeitalters – wobei die Dorfkneipe nicht wörtlich zu nehmen ist, sondern natürlich auch die Eckkneipe in der Großstadt sein kann – oder für die, die es bildungsbürgerlicher mögen: die Agora – also der Marktplatz – der griechischen Polis. Das, was dort an Alltagskommunikation stattfand, hat in der modernen Welt keinen Ort mehr. 

 

Markus Thielking, skobbler

Worum geht's:

Skobbler ist eine iPhone und Andorid Applikation die Navigation auf dem Handy ermöglicht. Wir hatten Markus auf dem WhereCampEU kennengelernt und und vor allem für ihren Wechsel von kommerziellen zu OSM Karten interessiert. Im Interview erzählt er wie es zu dem Wechsel kam, was die Vorteile für skobbler und Nutzer sind und wie die Zukunft von skobbler aussieht.

Bester Satz:

Wir glauben, dass OpenStreetMap schon bald die detaillierteste Karte der Welt sein wird. 

 

Matthias Dietrich, Perl-Workshop 

Matthias, Organisator des Perl-Workshop 2010 in Schorndorf, über das 12. Jahr der Konferenz, Perl-Nutzer in Deutschland und warum Perl die beste Programmiersprache der Welt ist [Ed.: ehem, okay, das ist vielleicht auch stark voreingenommen von uns wiedergegeben ;-)]

Bester Satz:

Perl ist ein Allzweckwerkzeug, das ich für jeden kleinen und großen Task nutzen kann.

 

Henrik Wolter, vergleichen.de 

Worum geht's:

Vergleichen.de ist eine weitere Seite auf der man die Nestoria Immobiliensuche nutzen kann. Henrik Wolter beleuchtet die Bedeutung von Vergleichsportalen in Deutschland und den Unterschied zwischen Web 2.0 und Expertenwissen.

Bester Satz:

Viele Kunden vergleichen Preise im Netz, kaufen dann aber im Laden um die Ecke. Oder anders herum: Sie lassen sich im Laden beraten, kaufen dann aber im Netz, beide Varianten kommen häufig vor.

 

Florian Haas, Deutscher Mietkautionsbund e.V.

Worum geht's:

Der Deutsche Mietkautionsbund e.V. vermittelt Mietbürgschaften, so dass Miter nicht mehr für eine hohe Kaution aufkommen müssen die dann ungenutzt auf der Bank liegt. Florian Haas zur Idee für den Verein, die Reaktion von Vermietern und warum in Deutschland mehr gemietet wird als anderswo.

Bester Satz:

Nach den flächendeckenden Zerstörungen im 2. Weltkrieg wurde der Sozialwohnungsbau sehr stark gefördert und damit erst einmal das Grundbedürfnis nach bezahlbaren Wohnungen befriedigt.

 

Remy Sharp, HTML Experte

Worum geht's:

Remy ist Autor des Buches "Introducing HTML5" und organisiert die Full Frontal Javascript Konferenz in Brighton. In unserem Interview erklärt er was HTML5 Neues bringt und was uns in nächster Zeit im Bereich Frontend-Entwicklung erwartet.

Bester Satz:

Ich glaube die radikalen Verbesserungen werden alle unter der Haube stattfinden und eher wie graduelle Innovationen wirken.

 

Marc Wick, GeoNames

Worum geht's:

GeoNames ist eine kostenlose Datenbank die geographische Daten enthält. Wir unterstützen das Projekt seit einiger Zeit. Im Interview erläutert Marc die Idee hinter dem Projekt und warum kostenlose Geodaten nicht nur für Internet-Projekte, sondern z.B. auch für den Straßenverkehr und Politik wichtig sind.  

Bester Satz:

Immer mehr Behörden erkennen, dass es eigentlich ihre Aufgabe wäre diese Daten möglichst einfach und uneingeschränkt zur Verfügung zu stellen.

 

Stefan Wehrmeyer, Mapnificent

Worum geht's:

Mapnificent ist eine hervorragende Informationsvisualisierung von Fahrzeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln in inzwischen 25 Städten (wir berichteten vor einigen Monaten darüber hier im Blog). Seitdem ist auch eine API hinzugekommen mit der man Google Maps-Anwendungen eine Mapnificent-Ebene hinzufügen kann um zum Beispiel die Erreichbarkeit einer Gegend als Heatmap darzustellen.

Bester Satz:

Die momentane Herausforderung ist ungleich schwerer: mehr Städte hinzufügen. Betreiber von öffentlichen Verkehrsmitteln sind gerade in Deutschland sehr rückständig, wenn es darum geht, maschinenlesbare Daten und nicht nur PDF-Haltestellenfahrpläne mit der Öffentlichkeit zu teilen.

 

Damit ist der Rückblick auf unsere Interviewserie abgeschlossen.

Wir freuen uns darauf auch 2011 wieder mit interessanten Gesprächspartnern Interviews zu führen und eine Vielfalt an Ideen und Projekten hier präsentieren zu können. Unseren bisherigen Interviewpartnern wünschen wir viel Erfolg weiterhin!

 

 

Abgelegt unter  //  interview  
Comments (0)
Posted by nomsa 

Interview mit Stefan Wehrmeyer, Mapnificent

Unser letztes Interview 2010 haben wir mit Stefan Wehrmeyer geführt. Er ist Entwickler der Seite Mapnificent, über die wir hier im Blog schon berichtet haben.

Stefan_wehrmeyer

Hallo Stefan. Kannst Du unseren Nutzern kurz erklären was Mapnificent ist und wie Du auf die Idee gekommen bist die Seite zu machen?

Mapnificent zeigt einem auf einer Karte alle Orte, die man mit den öffentlichen Nahverkehrsmitteln in einer bestimmten Zeit erreichen kann. Mapnificent gibt es für viele Städte in den USA und weltweit, leider sind in Europa momentan nur London und Berlin verfügbar. Inspiriert ist Mapnificent von Mapumental, die eine solche Anwendung für ganz Großbritannien veröffentlichen wollen, leider aber immer noch in private beta sind.

 

Du nutzt für Mapnificent Google Maps. Nestoria ist ein großer Fan von OpenStreetMap - gab es Überlegungen OSM für Dein Projekt zu nutzen, warum hast du dich für Google Maps entschieden?

Die Google Maps API ist sehr gut dokumentiert, lädt schnell und ich finde Googles Karten-Tiles übersichtlicher als die Standard-OSM-Tiles. Dass ich die Google API benutze, heißt aber nicht, dass man Mapnificent nicht mit freiem Kartenmaterial benutzen kann: mit einem Klick auf "OSM" oben rechts lassen sich die Tiles von OpenStreetMap laden. Ich bin ein Fan von OpenStreetMap und von dem noch sehr jungen Transiki – das ÖPNV-Äquivalent zu OSM.

 

Was waren die größten Herausforderungen bei der Arbeit an dem Projekt?

Am Anfang gab es zwei technische Herausforderungen: die effiziente Routen-Berechnung und die Visualisierung der Routen, beide ließen sich komplett im Browser lösen. Die momentane Herausforderung ist ungleich schwerer: mehr Städte hinzufügen. Betreiber von öffentlichen Verkehrsmitteln sind gerade in Deutschland sehr rückständig, wenn es darum geht, maschinenlesbare Daten und nicht nur PDF-Haltestellenfahrpläne mit der Öffentlichkeit zu teilen. In den USA kann man sich für alle großen Städte auf Google Maps auch für den Nahverkehr eine Route berechnen lassen kann, weil diese Städte ihre Daten zur Verfügung stellen. In Deutschland gibt es keinen mir bekannten ÖPNV-Betreiber, der seine Daten veröffentlicht. Die Nahverkehrs-Daten von Berlin musste ich selber zusammensuchen und nutze sie nur inoffiziell.

 

Inzwischen deckt Mapnificent 25 Städte ab und hat auch eine API. Was kann man mit der API machen?

Mit der API kann man Google Maps-Anwendungen mit einer Mapnificent-Ebene ausstatten und so zum Beispiel die Erreichbarkeit einer Gegend als Heatmap einblenden. Das kann für viele bestehende Karten-Anwendungen wie etwa die Wohnungssuche sehr nützlich sein: wo kann ich wohnen, damit ich nur 20 Minuten zur Uni brauche? Die Visualisierung einer solchen Information zusammen mit anderen Daten kann ein sehr hilfreicher Mehrwert für Nutzer sein.

 

Wie sehen die Zukunftspläne für Mapnificent aus? Arbeitest du weiter an der Ausdehnung des Projekts oder hast du schon etwas neues in Arbeit?

Mapnificent ist leider nur ein Nebenprojekt und die Liste neuer Ideen wird immer schwerer abzuarbeiten. Momentan schreibe ich viele Mails an ÖPNV-Betreiber mit der Bitte ihre Daten entweder überhaupt oder aber nicht nur mit Google zu teilen. Die geniale Seite GTFS-Data-Exchange sammelt diese öffentlichen Transit-Daten und ich werde helfen sie dort zu verwalten. Ich habe noch einige andere Projekte in Planung, Mapnificent wird aber nicht zu kurz kommen.

 

Vielen Dank für das Interview, Stefan, und weiterhin viel Erfolg mit Mapnificent!

 

Abgelegt unter  //  OSM   informationsvisualisierung   interview   karten  
Comments (0)
Posted by nomsa 

Interview mit Marc Wick von GeoNames

Diesen Monat haben wir ein Interview mit Marc Wick von GeoNames, ein Projekt das wir seit kurzem auch als Sponsoren unterstützen.

Marc_smalelr

Hallo Marc. Kannst du unseren Lesern kurz erklären was GeoNames ist?

GeoNames ist eine globale geographische Datenbank, die man kostenlos herunterladen kann. Die Datenbank enthält 7.5 Mio Einträge von Städten, Provinzen, Bergen, Seen, Inseln, Postleitzahlen etc. Alle Einträge haben Koordinaten und wenn möglich auch weitere Attribute wie Einwohnerzahl, Höhe über Meer, administrative Einordnung, Ortsbezeichnung in verschiedenen Sprachen oder auch die Zeitzone.

 

Wie entstand die Idee zu GeoNames? Wieviele Leute arbeiten an dem Dienst?

Die Idee entstand in Folge eines Projektes für Ferienwohnungen, wo wir Orte auf einer Karte einzeichnen wollten. Wir mussten dabei feststellen, dass geographische Daten in vielen Ländern von den Behörden kommerziell zu sehr hohen Preisen angeboten wurden, es aber keine kostengünstigen Alternativen gab.

GeoNames vereinigt frei verfügbare Daten aus der ganzen Welt in einer einheitlichen globalen Datenstruktur. Es arbeiten über 10000 Leute auf freiwilliger Basis daran, davon über 60 sogenannte Botschafter, die für ihr Land zuständig sind.

 

Wie stellt ihr sicher, dass die Informationen in euren Datenbank stimmen? Beruhen die Informationen hauptsächlich auf  Angaben von Leuten vor Ort oder nutzt ihr auch andere Datensätze?

Hauptsächlich werden landes- oder themenspezifische Datensätze verwendet und in der globalen Datenbank integriert. Immer mehr Behörden erkennen, dass es eigentlich ihre Aufgabe wäre diese Daten möglichst einfach und uneingeschränkt zur Verfügung zu stellen. So haben dieses Jahr England und die Schweiz einen grossen Schritt vorwärts gemacht und bislang kostenpflichtige Daten frei zur Verfügung gestellt. Deutschland liegt da leider noch weit zurück, die meisten Daten für Deutschland in GeoNames stammen denn auch von der US Armee.

Wie wichtig geographische Daten sind konnte man diese Woche in Costa Rica sehen.

Auch Navigationssysteme verwenden geographische Daten und der Verkehr in den Städten würde erheblich einfacher und effizienter fliessen, wenn die Behörden die notwendigen Daten zur Verfügung stellen würden.

Das wäre heutzutage eigentlich ebenso wichtig, wie das Aufstellen von Verkehrsschildern.

 

Wer sind die Hauptnutzer von GeoNames?

Das Spektrum der Benutzer reicht von grossen Firmen wie Microsoft und Apple zu unzähligen kleinen Firmen und Projekten. Anwendungsgebiete sind vielfach Tourismus, Immobilien, Jobs oder Medien. Stark wachsen Anwendungen für Smartphones, die heute fast alle ein GPS integriert haben.

 

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg weiterhin mit GeoNames!

Abgelegt unter  //  interview  
Comments (0)
Posted by nomsa 

Nestoria Interview mit Remy Sharp, HTML Experte

Diesen Monat gibt es hier ein Interview mit Remy Sharp, Entwickler, Autor des Buches Introducing HTML5 und häufiger Sprecher bei Konferenzen.

Er organisiert die Full Frontal JavaScript Konferenz in Brighton, ist einer der Kuratoren von HTML5 Doctor, ein jQuery Teammitglied (Developer Relations, ehemals Evangelist) und der Entwickler einiger JavaScript Applikationen (er liebt JavaScript!).

 

Als führender HTML5 Experte, was sind die Hauptvorteile dieser neuen Technologie? Können Internetnutzer radikale Verbesserungen erwarten, oder wird es eher eine schleichende Innovation?

Der Hauptvorteil sind meiner Meinung nach die neuen APIs. HTML heisst oft für viele Leute lediglich Markup, aber HTML5 ist vollgepackt mit JavaScript APIs. Man kann das schon an Webseiten sehen, die die neuen Technologien ein bisschen einsetzen, indem sie Teile der JavaScript APIs nehmen und mit ihnen ihre Applikationen verbessern.

Ein einfaches Beispiel hierfür ist Gmail, dort werden schon der Offline Cache, Web SQL Datenbanken und sogar die Datei-API genutzt um Dateien komplett im Browser zu manipulieren.

Ich glaube die radikalen Verbesserungen werden alle unter der Haube stattfinden und eher wie graduelle Innovationen wirken :)

 

Welchen Ratschlag würdest du Webseiten-Besitzern geben? Ist jetzt die richtige Zeit sich in HTML5 zu stürzen, oder sollte man lieber warten, bis diese neue Technologie sich mehr etabliert hat?

Absolut, stürzen Sie sich ins Abenteuer und wenn es nur für den reduzierten Doctype ist - Sie sparen Bytes und sind "HTML5-fiziert". Es geht wirklich darum die Technologie zu studieren, zu wissen was im Browser wirklich funktioniert, was das Zielpublikum ist und dann die richtigen Werkzeuge für den entsprechenden Zweck zu nutzen.

Einer der Gründe dafür, dass die HTML5 Spezifikation so lang sind ist, ist dass sie für die Browser Anbieter geschrieben ist, damit sie genau wissen wie die APIs implementiert werden müssen - das bedeutet: Interoperabilität (juhu!)

 

In Zeiten von Twitter, eReader, Stackoverflow und immer kürzeren Aufmerksamkeitspannen hast du vor kurzem eines der ersten HTML5 Bücher veröffentlicht. Sind Bücher noch nützlich?

Absolut, für die richtige Person. Persönlich lerne ich, indem ich Code betrachte und mir anschaue wie die Dinge im Browser funktionieren. Andere Leute lernen durch Unterricht von anderen, wieder andere lesen gerne Bücher. Bücher haben auch einen taktilen Aspekt, den Computer meiner Meinung nach nie ersetzen werden können. Introducing HTML5 ist auch als eBook erhältlich!

 

Es scheint als würde sich die Innovationsgeschwindigkeit von Frontend-Entwicklung rapide beschleunigen, was sind die Themen die für dich am interessantesten sind?

Web Sockets sind unter meinen Lieblings-Apis - einer Web Applikation einen Echtzeitaspekt zugeben war vor ein paar Jahren noch sehr schwierig. Heute kann man Web Sockets und einen Node-Server im Backend verbinden und hat innerhalb von einer Stunde eine rudimentäre  Echtzeit Social-App. Natürlich ist der Mobilbereich sehr aufregend, aber das nächste große Ding in das ich mich vertiefen möchte sind die Vorreiter-Spezifikationen an denen im Moment gearbeitet wird, wie die Datei-API oder auch die Geräte-APIs (die noch spezifiziert werden) die uns Zugang zu Dingen wie Mikrofon, Webcam, SMS, E-Mail und mehr geben.

 

Vielen Dank Remy! Es ist gut zu sehen, dass das Streben nach Innovation weitergeht. Für alle die daran interessiert sind eine Demonstration von HTML5 zu sehen empfiehlt es sich Remys passend benannte Webseite html5demos.com zu besuchen und/oder ihm auf Twitter zu folgen. 

Mittlerweile hoffen wir in  Zukunft mehr zum Thema HTML5 ankündigen zu können.

 

 

 

 

Abgelegt unter  //  interview  
Comments (0)
Posted by nomsa 

Interview mit Florian Haas vom Deutschen Mietkautionsbund e.V.

Unser Interview des Monats September haben wir mit Florian Haas, Vorstand des Deutschen Mietkautionsbund e.V. geführt.

Mkb_logo_mit_rechtsschutzmarke_rgb_bunt

Hallo Herr Haas.
Können Sie für unsere Leser kurz erklären was der Mietkautionsbund ist?

Florian_haas_1_smaller

Der Mietkautionsbund e.V. (München) hat sich zum Ziel gemacht, Mietern eine günstig finanzierte Miet-Bürgschaft zu vermitteln, die an Stelle der geforderten Kaution beim Vermieter hinterlegt wird. Der Grundgedanke: Es ist besser, die anstehende Mietkaution günstig zu finanzieren, als das laufende Konto weiter zu belasten. Gerade junge Familien oder all die Mieter, die wegen des anstehenden Umzuges besonders finanziell beansprucht sind, fällt es schwer, mehrere Kaltmieten als Kaution zu hinterlegen. Nicht selten muss in diesem Fall das Girokonto überzogen werden. Das ist nicht nur teuer, sondern oftmals der Einstieg in die Überschuldungs-Spirale. Um dies zu verhindern, vermittelt der Deutsche Mietkautionsbund nach einer Prüfung eine Bürgschafts-Finanzierung über einen der größten Deutschen Kreditversicherer. Der Zinssatz beträgt 4,7 Prozent – der Bürgschafts-Höchstbetrag liegt bei 10.000,- Euro. Voraussetzung hierfür: Mitgliedschaft im Deutschen Mietkautionsbund e.V. für einmalig 9,90,- Euro.

 

Wie kamen Sie auf die Idee diesen Service anzubieten?

Es ist wie so oft im Leben: Auf die besten Ideen kommt man im Alltag und dann auch meist nur durch Zufall. Mein Partner Frank Liepner und ich halfen bei dem Umzug eines guten Freundes, der in München mit seiner Familie in eine größere Wohnung zog. Nach getaner Arbeit saßen wir zusammen und unser Freund begann aufzulisten, welche finanziellen Hürden im Rahmen eines Umzuges zu stemmen sein. Möbelwagen, Renovierung, neue Möbel – und dann noch die Mietkaution an den neuen Vermieter in Höhe von drei Kaltmieten. Da kamen Summen zusammen, die das Girokonto unseres Freundes sehr strapazierten und er seinen Dispo in Anspruch nehmen musste. Das war die geistige Geburtsstunde des Deutschen Mietkautionsbundes e.V.

 

Wie ist die Reaktion von Vermietern auf Ihr Konzept? 

Im großen und ganzen gibt es nur sehr wenige Vermieter, die eine Bürgschaft über den Deutschen Mietkautionsbund e.V. nicht akzeptieren. Aber selbstverständlich gibt es Vermieter, die der Auffassung sind, dass nur eine auf einem Sparbuch hinterlegte Kaution die nötige Sicherheit bietet. Es setzt sich aber immer mehr die Erkenntnis durch, dass eine Bürgschaftslösung auch für den Vermieter eigentlich nur Vorteile bringt. Im Schadensfall muss er sich nicht mit dem Mieter direkt ärgern, sondern kommuniziert direkt mit unserem Versicherer oder mit uns. Das verhindert eine unnötige Emotionalisierung. Zum anderen bieten wir Vermietern deutschlandweit die erste echte Mietnomadenversicherung und damit eine umfassende Absicherung gegen Schäden und Mietausfälle. Das freut natürlich die Vermieter.

 

In Deutschland wird ja im Vergleich zu anderen Ländern sehr viel mehr gemietet als gekauft - auch deswegen füllt der Mietkautionsbund hier eine wichtige Marktlücke. Haben Sie eine Erklärung dafür, dass viele Deutsche Mieten dem Haus- oder Wohnungskauf vorziehen?

Die relativ geringe Eigentumsquote hat in Deutschland auch historische Gründe. Nach den flächendeckenden Zerstörungen im  2. Weltkrieg wurde der Sozialwohnungsbau sehr stark gefördert und damit erst einmal das Grundbedürfnis nach bezahlbaren Wohnungen befriedigt. Erst relativ  spät setzte in Deutschland die gezielte Förderung von Wohneigentum ein. Länder wie etwa Spanien oder Großbritannien haben da eine ganz andere Historie. Dies drückt sich auch heute noch statistisch in der relativ geringen Eigentumsquote aus. Tatsache ist jedoch auch, dass es besonders in den deutschen Großstädten für Normalverdiener derzeit nur sehr schwer ist, Wohneigentum zu erwerben. Da bleibt oftmals nichts anderes übrig als zu mieten. Auf dem „flachen Land“ wird sich in den kommenden Jahren die Eigentumsquote deutlich erhöhen – da bin ich sicher.

Strategiepreis_mietkautionsbund_samller
Florian Haas und Frank Liepner mit dem Strategiepreis 2010

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

 

 

 

Abgelegt unter  //  interview  
Comments (0)
Posted by nomsa 

Interview mit Henrik Wolter von vergleichen.de

Vergleichen-de-logo

Unser Interview des Monats führten wir diesmal mit Henrik Wolter von vergleichen.de, unserem neuen Partner im Bereich Immobiliensuche. Auf dem Verbraucherportal können Nutzer zu Themen wie Energie, Versicherungen und Shopping Preise vergleichen und Informationen finden. Seit diesem Monat wird die Immobiliensuche bei vergleichen.de von Nestoria unterstützt.

Henrik-wolter_smaller

Können Sie unseren Lesern kurz erklären wie vergleichen.de entstanden ist?

Hinter vergleichen.de steht das Team der Firma Bo-Mobile aus Bonn, die bereits mehrere Verbraucherportale im Internet betreibt. Dazu zählt handytarife.de, inzwischen übrigens seit rund 12 Jahren online, online-tarife.de, energietarife.com, finanzcheck.com und nicht zuletzt smavel.com, ein großes Online Reiseportal. Ziel von vergleichen.de war es, das vorhandene Angebot auszuweiten und zu DEM Suchportal rund um Preise, Angebote und Anbieter aus allen Bereichen zu machen.

 

Was sind die beliebtesten Themen bei vergleichen.de?

Da liegen mit Sicherheit die Klassiker ganz vorne, die alle User interessieren: Shopping und Reisen, also billige Produkte aller Art sowie günstige Flüge und Hotels. Aber auch die Immobiliensuche im Internet ist spürbar ein Zukunftsthema und boomt derzeit.

 

Haben Verbraucherportale wie vergleichen.de den Markt in Deutschland verändert? Verhalten sich Anbieter anders, sind Nutzer kritischer geworden, jetzt wo Informationen über das Internet viel schneller verbreitet werden können?

In den letzten Jahren hat sich das Einkaufsverhalten, aber auch das Verhalten der Kunden gegenüber Anbietern mit Sicherheit verändert: Vergleichsportale wie vergleichen.de sorgen für mehr Transparenz im teilweise undurchschaubaren Dschungel von Tarifen und Preisen, insbesondere Online-Rechner für Handy, DSL, Flüge oder Immobilien beispielsweise zeigen den Verbrauchern schnell die besten Anbieter. Das macht Nutzer kritischer, und zeitgleich noch preissensibler. Ein Phänomen ist allerdings trotzdem: Viele Kunden vergleichen Preise im Netz, kaufen dann aber im Laden um die Ecke. Oder anders herum: Sie lassen sich im Laden beraten, kaufen dann aber im Netz, beide Varianten kommen häufig vor.

 

Wie wichtig ist die Idee von Web 2.0., also Beteiligung der Nutzer an Inhalten, im Bereich Verbraucherinformation im Internet? Und welchen Stellenwert haben Experten im Vergleich dazu?

Für die Internetseiten im vergleichen.de-Netzwerk und deren Besucher ist das Web 2.0 zwar wichtig, aber nicht allein entscheidend. Sehr gerne nutzen User natürlich Einträge im Forum, Bilder und Bewertungen anderer Besucher. Trotzdem sind sie meist vorsichtig, was den Inhalt der Rezensionen angeht, denn man kennt den Urheber natürlich nicht, weiß also nicht ob er einen guten oder schlechten Tag hatte oder sogar aus der Marketing-Abteilung eines Herstellers stammt und Produkte aus dem eigenen Haus positiv bewertet.

Deutlich höher ist da der Stellenwert unabhängiger Experten zu bewerten: Das Feedback der User zeigt eindeutig, dass beispielsweise Testberichte, die in unserem Haus durchgeführt wurden, eine weitaus höhere Akzeptanz finden als entsprechende Rezensionen anderer User.

 

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg mit vergleichen.de!

Abgelegt unter  //  interview  
Comments (0)
Posted by nomsa 

Interview mit Matthias Dietrich vom Perl-Workshop 2010

Unser nächstes Interview in unserer Reihe führten wir mit Matthias Dietrich, einem der Organisatoren des Perl-Workshop 2010, den wir auch dieses Jahr wieder als Sponsoren unterstützen. 
 
Deutscher_perl_workshop
 
Hallo Matthias.
Der deutsche Perl-Workshop findet jetzt schon zum 12. Mal statt.  Kannst du unseren Lesern kurz erklären was dort so passiert?
 
Der Deutsche Perl-Workshop ist eine seit 1999 jährliche wiederkehrende Konferenz meist deutschsprachiger Anwender und Entwickler der Programmiersprache Perl.  Jedes Jahr wird er an einem anderen Ort abgehalten und von den lokalen Perl-Mongers organieiert, und für dieses Jahr haben wir Stuttgarter uns beworben und den Zuschlag erhalten! :-)
 
Die Vorträge stehen zum Großteil bereits im Vorfeld fest, aber es gibt immer noch Möglichkeiten, kurze Talks zu geben.  Die Thematiken sind dabei immer breit gefächert, so dass jedes Publikum angesprochen wird.  So gibt es meist Themen zur Web- und Datenbankentwicklung, aber auch Themen wie die Scriptverarbeitung werden nicht ausser Acht gelassen.
 
Für den Perl-Workshop 2010 haben wir das Thema "Modern Perl" gesetzt und prominente Gastredner eingeladen.  Matt S Trout und Kieren Diement werden über Themen wie Catalyst und DBIx::Class, aber auch andere Themen referieren.  Patrick Michaud, der Rakudo Perl 6 Pumpkin, war ebenfalls eingeladen, musste allerdings kurzfristig absagen.
 
 
 
Wie stark ist Perl in Deutschland verbreitet? Steigt die Anzahl der Nutzer oder ist sie in den letzten Jahren gleich geblieben oder gesunken?
 
Dazu gibt es keine wirklichen Zahlen und es ist schwer einzuschätzen.  Grundsätzlich sehen wir, die Stuttgarter Perl Mongers Gruppe, dass viele Firmen Perl einsetzen, ohne dass groß darüber geredet wird.  Manchmal sind wir selbst erstaunt, wenn wir mitbekommen, dass eine bestimmte Firma Perl ebenfalls und intensiv einsetzt :-).
 
Allerdings gibt es viele neue Entwicklungen in der Perl-Community, wie zum Beispiel Catalyst oder Moose, die Perl ziemlich pushen und neue Möglichkeiten eröffnen, die es vorher in Perl und sogar in anderen Sprachen nicht gab.  Damit wird Perl wesentlich interessanter für Neueinsteiger, aber auch für Leute wie mich, die schon länger Perl einsetzen, gibt es immer neue Dinge zu entdecken!
 
 
 
Wie ist das beim Workshop, wie viele Besucher erwartet ihr und kennt man sich inzwischen untereinander oder tauchen auch oft neue Gesichter auf?
 
Wir erwarten ca. 120 Besucher, diese Zahl ist jedes Jahr recht konstant geblieben.  Einige davon trifft man immer wieder - auch ausserhalb des Perl Wokshops.  Allerdings sind jedesmal auch viele neue Gesichter zu sehen!  Die jeweils lokalen Workshops ziehen eben auch viele Personen aus dem Umkreis heran :-).
 
 
 
Worin siehst du die Stärken von Perl gegenüber anderen Programmiersprachen?
 
Eine große Stärke von Perl gegenüber anderen Programmiersprachen sehe ich vor allem in dem zentralen Modularchiv, genannt CPAN oder "Comprehensive Perl Archive Network".  Jeder Entwickler hat darüber Zugriff auf über 20.000 Perl-Distributionen mit Dokumentation.  Über viele Clients können diese Distributionen auch einfach auf so gut wie jedem Betriebssystem mit allen Abhängigkeiten installiert und getestet werden.  Für Modulentwickler bietet das CPAN einen zentralen Speicherplatz für die Dateien und Dokumentation, sowie automatisierte Modultests, Bugtracker, Abhängigkeitsverzeichnis und mehr!
 
Das CPAN ist eines der täglichen Werkzeuge eines jeden Perl-Entwicklers und hilft ungemein beim Entwickeln neuer Applikationen und Scripts.
 
Für mich persönlich ist ein weiterer Vorteil die Syntax, die auf den ersten Blick für manche etwas verwirrend zu sein erscheint, aber sehr mächtig ist.  Perl ist ein Allzweckwerkzeug, das ich für jeden kleinen und großen Task nutzen kann.
 
 
 
 
Viel Spass beim Perl-Workshop und vielen Dank für das Interview!

Abgelegt unter  //  interview  
Comments (0)
Posted by nomsa 

Interview mit Marcus Thielking von skobbler

Unser Interview im Mai führten wir mit Marcus Thielking von skobbler, den wir auf dem WhereCampEU kennengelernt haben, wo er eine Session über die Beziehung von skobbler zu OSM hielt
Wir freuen uns, dass er sich für ein Interview zur Verfügung gestellt hat.
Skobbler-logo_100325
1) Was ist skobbler ? Und wie seid ihr auf den Namen gekommen?
 
Mit skobbler kann man aktuell die richtigen Locations für seine jeweiligen Bedürfnisse finden und diese dann über unsere Handynavigation ansteuern. Natürlich kann man die Navigation auch ganz normal über eine Adresseingabe benutzen. Aktuell gibt es die skobbler App für das iPhone und in Kürze auch für Google-Android-Telefone. In Zukunft wird skobbler allerdings noch deutlich mehr machen. Es wird grundsätzlich unser Ziel sein, sinnvolle und smarte Produkte auf Basis der OpenStreetMap anzubieten, die den Nutzern Spaß machen.
 
Der Name skobbler ist während unserer Zeit bei der Firma Navigon entstanden und hat einfach wunderbar zu dem gepasst, was wir jetzt machen und vorhaben. Daher mussten wir nicht lange überlegen und haben den Namen mitgenommen.
Skobbler_iphone-osm_big_100325
2) Wie kam die Idee auf, OSM für euer Produkt zu nutzen? Was sind die Vorteile für euch und eure Nutzer?
 
Wir hatten OSM schon sehr lange im Blick. Wir glauben an den Crowdsourcingansatz bei Karten. Hier geht es konzeptionell in ähnlicher Weise um Daten wie "damals" bei Lexika bzw. Nachschlagewerken. Da funktioniert es bekanntermaßen bereits einige Zeit wunderbar - siehe Wikipedia.
 
Wir glauben, dass OpenStreetMap schon bald die detaillierteste Karte der Welt sein wird. Die bereits heute mehr als 250.000 Mapper weltweit und vor allen Dingen das immense Wachstum dieser Zahl weist eindeutig in diese Richtung. Als wir Anfang des Jahres den Kartenanbieter wechseln mussten, wollten wir daher nicht mit einer Zwischenlösung Zeit überbrücken, sondern haben den Schritt zu OSM sehr früh und sehr konsequent gewagt. Das hat für uns einen Riesenschwenk bedeutet, da wir dadurch große Teile von skobbler neu entwickeln mussten. Damit kann man den Schritt wohl durchaus mutig nennen.
 
Denn auch wenn das Wachstum und die heutige Abdeckung von OSM bereits beeindruckend sind, gibt es noch viele Möglichkeiten, die Karte weiter zu verbessern. Das gilt besonders für die Dinge, die nicht direkt zu sehen sind, sogenannte Attribute. Dieser Bereich ist gerade für eine Navigation sehr wichtig und stand bislang nicht im Fokus der Mapper. Hier fehlte einfach eine Anwendung, die solche Attribute vernünftig nutzt.
 
Die Vorteile für unsere Nutzer liegen auf der Hand. Sie können gerade in den Bereichen, in denen sie die Karte am besten kennen bzw. am meisten nutzen, selbst Hand anlegen bzw. zur Verbesserung beitragen. Zudem gibt es jederzeit die aktuellsten OSM-Kartendaten in skobbler - langwierige und teure Kartenupdatezyklen entfallen. Außerdem wird OSM, wie oben bereits genannt, in Zukunft wahrscheinlich einfach das beste Kartenmaterial bieten.
Foto_daymode_little
 
3) Wie ist die Reaktion auf die Umstellung bisher, sowohl in der OSM-Community als auch bei euren Nutzern?
 
Aus gutem Grunde eher gemischt. Für die Nutzer bedeutet es nach heutigem Stand zunächst mal den Verzicht auf einige gewohnte Features, die aufgrund der fehlenden Attribute in OSM vorerst nicht mehr geboten werden können. Hier müssen die notwendigen Daten erst generiert werden. Auch in anderen Bereichen müssen wir uns schnellstmöglich wieder an den "alten" Stand heranentwickeln. Das löst verständlicherweise erst einmal Ablehnung aus. Auf der anderen Seite gibt es aber auch viel Zuspruch und Unterstützung für den OSM-Gedanken. Wir müssen jetzt daran arbeiten, unseren sogenannten Rückkanal weiterzuentwickeln, der es den Nutzern erlaubt, durch Meldung von Kartenfehlern zur schnelleren Verbesserung der Karte beizutragen. Hier gibt es noch viel zu tun. Und von der Qualität des so generierten Nutzerfeedbacks an die OSM-Community hängt letztlich auch deren Akzeptanz skobblers als positiver Impuls für die OpenStreetMap ab.  
 
4) Google bietet auf Android in den USA ja auch Navigation für Google Maps an. Wie steht ihr zu der Konkurrenz? Und wann können wir mit einer Android Version von skobbler rechnen?
 
Jeder schaut auf Google. Da bilden wir keine Ausnahme. Was die pure Navigation betrifft, ist Google mit seiner Navigationslösung natürlich ein übermächtiger Konkurrent. Aber wird werden mittelfristig mit OpenStreetMap für viele Anwendungsfälle einfach das bessere Kartenmaterial haben. Eine interessante Nische kann ich mir für skobbler nicht zuletzt deswegen auch neben Google durchaus vorstellen. Außerdem freuen wir uns natürlich über jeden Tag, an dem der Google Navigator noch nicht auf dem iPhone angekommen ist. 
 
Die Androidversion der skobbler-Navigationsapp wird ab Mitte/Ende Juni verfügbar sein. Aktuell läuft bereits ein Betatest , zu dem man sich in unserem Forum anmelden kann.
 
 
5) Was ist für dich die momentan spannendste Entwicklung im Internet? Was fehlt dir noch?
 
Die zunehmende Einbindung von lokalem Content finde ich spannend. Dem Nutzer Infos an die Hand zu geben, die ihm an seinem tatsächlichen Aufenthaltsort weiterhelfen, ist ein großartiger Ansatz. Hier entwickelt sich eine neue, wichtige Dimension. Da sich diese Entwicklung allerdings noch in vielerlei Hinsicht in den Kinderschuhen befindet, handelt es sich dabei auch um die Antwort auf Eure zweite Frage.
 
Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg mit skobbler!
 
Die skobbler App für's iPhone gibt's im iTunes Store.
 
 
 
Dieses Interview ist Teil unserer monatlichen Interviewserie. Die letzten Interviews:

Abgelegt unter  //  OSM   interview   karten  
Comment (1)
Posted by nomsa