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Interview mit Josh Devins, Nokia

Ich freue mich hier in unserem Blog ein Interview mit Josh Devins von Nokia präsentieren zu dürfen. Er ist Software Architekt in Nokias Map and Explore Gruppe, die unter anderem für Ovi Maps zuständig ist. Das Interview wurde ursprünglich auf English in unserem Nestoria UK Blog veröffentlicht, ich habe es übersetzt. Die Mobilbranche ist eine der am schnellsten wachsenden der letzten Zeit, umso mehr freuen wir uns, dass unser erster Interviewgast des Jahres jemand ist, der bei einem der größten Unternehmen in Bereich arbeitet.

Josh ist seit 2008 bei Nokia Berlin, vorher arbeitete er in Vancouver, Kanada in einer Reihe von Internetfirmen. Er hat einen Abschluss in Computer Sciences der Simon Fraser University in Burnaby, Kanada. Nokia Berlin konzentriert sich vor allem auf lokalisierte Dienste.

Josh, schön dass wir die Chance haben, mit dir über die Innovationen bei Nokia zu sprechen.

1. In den letzten Jahren ist Nokia stark in den Bereich der Kartographie vorgestoßen – der Kauf von Navtaq, der Start von Ovi Maps – und sich im Grunde vom Image der traditionellen Handyfirma gelöst. Erzähl uns ein bisschen was über die Entwicklung.

Vor ungefähr zwei Jahren kreierte Nokia das Dienstleistungs Unit, das Kunden zusätzliche Vorteile bieten sollte. Der Schritt vom führenden Handyhersteller zum Dienstleister ist natürlich eine großer, doch Nokia ist eine Firma die daran wächst sich neu zu erfinden. Es gab eine Zeit, in der Nokia Gummistiefel hergestellt hat, die Firma weiß also das ein oder andere über Veränderung. Der Ankauf von Navteq und der Vorstoß in den Bereich Kartographie sind Reaktionen auf die Rolle, die mobile Geräte allmählich im Alltag der Leute einnehmen. Das Gerät wird immer mehr zu einem Tor zu einer viel größeren Welt und wir arbeiten hart daran, ganz vorne dabei zu sein wo die virtuelle Welt auf die physische Welt trifft. Kartographie und Ortung im allgemeinen sind eigentlich die ultimative Manifestation einer Person in ihrer Welt. Es geht darum Geräte, Mobilität und Beziehungen zurück in die physische Welt der Menschen zu holen.

2. Wir haben dich vor kurzem beim ersten Scale Camp in Großbritannien sprechen hören. Du erwähntest, dass einer der schwersten Aspekte beim bauen von Ovi Maps nicht technischer Natur ist, sondern eher mit der internen Umstellung auf eine neue Arbeitsweise zusammenhängt. Kannst du das ausführen?

Während es natürlich definitiv viele komplizierte technische Hürden gibt ist eines der ersten Dinge die Leute an unserer Gruppe auffällt, dass wir sehr untypisch für einen Gerätehersteller sind. Wir versuchen unseren Laden mit Agile und Scrum Teams zu führen, mit einer sehr flachen Hierarchie und Offenheit sowohl gegenüber dem Rest von Nokia als auch in Bezug auf die Entwicklergemeinschaft als Ganzes. Als eine der jüngsten “Server Side” Gruppen bei Nokia gehen wir die Situation an, indem wir versuchen,  als gutes Beispiel voranzugehen. Traditionell verlangt der Herstellungsprozess für die Geräte ein hohes Maß an sehr strengen Kontrollen, Prozessen, Planung, Investition und Voraussicht. Auf Seite der Dienstleister müssen wir denselben genauen Ansprüchen gerecht werden, aber auch in der Welt der Internetgeschwindigkeit, häufigen Releases und Lieferung von Funktionalitäten leben. Diese Art von Verschiebung passiert organisch, von innen nach aussen. Aber weil wir sind wer wir sind ist es auch sehr wichtig, dass wir Teams und Funktionalität schnell skalieren. Diese manchmal gegensätzlichen Kräfte stellen sich als große organisatorische Herausforderung heraus, es ist schwierig die richtige Balance zu finden.

3. Vor ein paar Monaten hat Nokia das ebenfalls in London basierte Start-Up Dopplr gekauft, das sich auch mit Geographie beschäftigt, und einige Mitglieder des Teams stoßen jetzt zum OviMaps Projekt hinzu. Kannst du uns irgendwelche Details verraten?

Was ich sagen kann ist, dass wir uns sehr darüber freuen, dass dieses talentierte Team zu uns stößt! Ich habe mit einigen von ihnen in den letzten Monaten täglich zusammengearbeitet, und sie stecken voller großartiger Ideen. Kleine Firmen wie diese zu kaufen, die aus solchen erfinderischen und offenen Menschen bestehen, bringt eine sehr wertvolle und frische Perspektive in unsere Arbeit. Natürlich versuchen wir diese Talente so gut wie möglich einzusetzen. Sie nach Berlin zu locken war auch ziemlich einfach!


4. Eine Sache die wir hier im Blog oft erwähnen, worüber wir aber trotzdem immer wieder erstaunt sind, ist die phenomenale Geschwindigkeit in der sich die Online-Kartografie entwickelt. Google Maps, Bing, Cloudmade, OpenStreetMap und jetzt Ovi – Nutzern und Entwicklern steht immer mehr Auswahl zu Verfügung. Was glaubst was in den nächsten Jahren noch so passieren wird?

Ich glaube wir erleben grade nur die Spitze des Eisbergs und es gibt zwei Dinge die ich für wegweisend halte.

Zunächst, es gibt eine derartig phenomenale Menge an Information da draußen, von der keiner weiß, was er damit anfangen soll.  Von Adressen, POI-Daten, Reise und Routen bis hin zu sozialen Kontexten und “community commentary”. Manche Produkte wählen die Wühlkisten herangehensweise und schmeißen dem Nutzer einfach alles hin und lassen ihn selber aussortieren. Der Erwerb von Navteq hat uns wirklich in das Informations-Wettrennen katapultiert, wir haben die Möglichkeit sehr eng mit einer Firma zusammenzuarbeiten, die Menschen vor Ort hat, die POI verifizieren können und sehr genaue Daten liefern. Was Kartografie auf dem Gerät angeht sind Einfachheit und Genauigkeit am wichtigsten. Wenn wir Dienste erschaffen können, die dem Konsumenten die genaueste Information bieten können dann werden wir der erste Ansprechpartner auf dem Gerät. Mit offenen API für Geräte und Dienste glauben wir, dass wir die nutzbarsten Ortsinformationen bauen und verbreiten können und ein ortszentriertes Ökosystem drumherum aufbauen können.

Der zweite Punkt ist meiner Meinung nach Entdeckung. Wir haben relativ klare traditionelle Arten Orte auf der Welt zu finden – Adressen, Geokoordinaten, Regionen etc. – aber die Leute brauchen mehr. Sei es “finde interessante neue Orte die mir gefallen könnten” oder Spiele die auf Lokalisierung basieren, wir müssen einen Weg finden den Spaß und das Abenteuer zurück ins Entdecken von neuen Orten zu bringen. Dienste wir Dopplr geben Leuten einen Anreiz hinaus zu gehen, ihr Leben zu teilen und die Welt zu erforschen, um neue Orte zu entdecken. Wir tun unser Bestes diese Ideen weiterzuführen und auf ihnen aufzubauen, um den Leuten etwas zu geben das wertvoll ist und gleichzeitig Spaß macht.

Danke Josh – es freut uns zu sehen, dass ein weiteres Schwergewicht auf dem Markt die Online-Kartografie weiterentwickelt. Um mehr zu erfahren folgen Sie Josh auf Twitter @joshdevins.

Nestoria Interview – Lance Johnson, Nokia Interactive Advertising

In unserem Interview im April haben wir das Vergnügen, mit Lance Johnson, dem globalen Vertriebsleiter von Nokia Interactive Advertising , zu sprechen. Durch Nokia Interactive Advertising können Marken wertvollere Beziehungen mit den weltweit vier Milliarden Mobilfunk-Kunden aufbauen. Lance ist regelmäßiger Redner bei Branchen-Events und war bei einer Reihe von Startups als Berater tätig, bevor er bei Nokia anfing. Davor war er Geschäftsführer von Yahoo!’s Mobile Media, wohin er sich von seiner anfänglichen Position als Verantwortlicher verschiedenster Medienprodukte in Yahoo’s Geschäftsstelle in München hocharbeitete. Lance, der aus Colorado in den USA stammt, hat mit einem Fulbright-Stipendium in Freiburg Ökonomie studiert.

Lance, danke für das Gespräch! Wir haben einige Fragen an dich:

1. Der eine Bereich, den die Finanzkrise scheinbar nicht erreicht hat, ist die Innovation im mobilen Gebiet. In den letzten paar Jahren haben wir eine unglaubliche Anzahl neuer Entwicklungen gesehen, von den traditionellen Schwergewichten wie Nokia, aber auch von Neueinsteigern wie Apple oder Google. Könntest du kurz den momentanen Zustand der mobilen Welt für diejenigen von uns, die nicht dieser Branche angehören, zusammenfassen?

Zur Zeit sind es Dienste, die die Innovationen in der mobilen Welt antreiben, was sowohl Top-Geräte als auch mittlere und niedrigere Geräte angeht. Nokia hat weltweit 37% Marktanteil und wir versuchen, gute Dienste und Inhalte anzubieten, die die Nutzer lieben, da es uns hilft, unsere Verbindung zu den Kunden zu stärken. Dies ist der Grund, dass wir Ovi gelauncht haben, das Dienste wie Nokia Maps enthält, die auf Geräten gebündelt sind.

Wenn Dienste die Innovationen antreiben, dann ist Werbung das, was Umsätze antreiben wird. Verbraucher wollen immer mehr gratis (oder billig) bekommen und sie haben hohe Ansprüche. Indem wir mit Marken zusammenarbeiten, sichern wir Inhalte von hoher Qualität durch ein tragfähiges Geschäftsmodell und führen Verbraucher mit Marken zusammen, an deren Produkten sie wahrscheinlich auch interessiert sind.

Was ich für mobile Werbung und für digital Werbung allgemein für interessant halte, ist dass sich die Grenzen zwischen Werbung und guten Diensten auflösen. Wenn eine Werbekampagne gut gemacht ist, kann sie von direkter Kundenkommunikation kaum zu unterscheiden sein.

2. Mobile Werbung wird seit langem als “das neue große Ding” gehandelt. Welchen Einfluss wird das momentane ökonomische Klima darauf haben? Welche Innovationen siehst du (oder entwickelst du sogar selbst)?

Die Werbebranche hat ohne Zweifel ein schwieriges Jahr. Die meisten Analysten sehen dieses Jahr einen Rückgang der Werbeausgaben von 15-25%. Dass die mobile und interaktive Werbung wächst (wenn auch nur gering), zeugt von deren Effektivität und der wachsenden Bedeutung von mobilen Geräten für die Verbraucher.

Technologie, die die Relevanz von Marketing sichert, ist der Schlüssel, nicht nur für bessere Umsätze der Marken, sondern auch für die Zukunft von Werbung. Wir haben in einer Welt gelebt, wo die Menge an Störungen von verschiedenen Medien beständig gewachsen ist. Digitale Medien können diesen Trend umdrehen und den Verbrauchern wieder die Kontrolle geben. Wenn man eine Marke ist, die eine bestimmte Zielgruppe ansprechen möchte, muss man diese auf Ihren InteressensgebietenPositionsdaten nutzt, wird sehr interessant werden. treffen. Mobile Werbung, die

3. Bei Nestoria lieben wir alles, was mit Geo zu tun hat. Nokia hat neulich den Sprung ins Landkarten-Spiel gewagt, indem es NAVTEQ gekauft hat, Technologiefirma und großer Geodaten-Anbieter. Wir haben ebenfalls gesehen, wie sich Online-Größen wie Googles Latitude und Yahoo!’s FireEagle (um nur einige zu nennen) in das Location-Gebiet manövrieren. Wieso sind alle so scharf auf Location?

Trotz der vielen Fortschritte, die wir bei Nokia und als Branche gemacht haben, glauben wir fest daran, dass das Handy noch wesentlich nützlicher sein kann. Indem wir Daten einsetzen, die auf dein früheres Verhalten, die Vorlieben deiner Freunde und deine jetzigen und früheren Positionen basieren, werden mobile Geräte noch nützlicher sein um deinen Bedürfnissen zuvorzukommen und nützliche Dienste und manchmal Marken-Mitteilungen anzubieten, die hilfreich für dich sind. Je besser das Targeting und die Ergebnisse sind, desto höhere Preise werden die Werbenden zu zahlen bereit sein. Location wird in der zweiten Hälfte von 2009 unser Schwerpunkt sein und wir werden enger mit unserem Tochterunternehmen NAVTEQ zusammenarbeiten.

4. Welche Chancen birgt die mobile Welt für vertikale Suchmaschinen wie Nestoria?

Ich denke, dass es eine Möglichkeit ist, euer Angebot von anderen zu unterscheiden und innovativ zu sein. In Regionen wie Nordamerika und Europa ist Konvergenz wichtig. Die Sättigungsrate von sowohl Computern als auch Handys ist extrem hoch. Verbraucher nutzen auf ihren Handys und Computern Dienste, die nützliche Wege, beides zu verbinden, anbieten sollten. Es gibt viele Anwendungsbeispiele. Wenn ich z.B. online eine Immobilie recherchiere und dann aufs Handy umsteige oder wenn ich unterwegs Informationen sammle, die ich dann benutzen kann. Diese Ideen befinden nicht mehr nur auf dem Reißbrett. Konvergenz kommt und die erfolgreichen vertikalen Suchmaschinen werden Gebrauch von dem einzigartigen Charakter von Handys machen.

Danke Lance! Das klingt nach interessante Zeiten. Falls ihr daran Interesse habt, Lance und den Entwicklungen von mobilen Innovationen zu folgen, ist er bei Twitter unter @lancej zu finden.

Frühere Nestoria-Interviews: Andy Allan, Stephan Uhrenbacher, Albert Warnecke.